Hintergrund: Überwachung mit GPS - DER SPIEGEL
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Hintergrund Überwachung mit GPS

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Karlsruhe - Das satellitengestützte Ortungssystem "Global Positioning System" (GPS) ist das modernste Instrument zur Bestimmung der Position eines Objekts. 28 Satelliten umkreisen dafür die Erde.

Die GPS-Technik wurde in den vergangenen Jahren deutlich verfeinert. Zunächst war der GPS-Empfänger etwa faustgroß. Inzwischen misst der quadratische Chip nur etwa 2,5 mal 2,5 Zentimeter und ist 2 Millimeter dünn. In dem Receiver ist die Antenne, die die Funksignale empfängt, integriert.

Es gibt zivile und militärische GPS-Empfänger, letztere sind mit einem verschlüsselten Code ("Kryptocode") ausgestattet. Zivile Receiver messen die Position eines Objekts mit einer Genauigkeit von etwa 50 bis 100 Metern, militärische bis zu 10 Metern. Das inzwischen handelsübliche GPS-System wird auch von vielen Autofahrern als Navigationshilfe genutzt.

Die militärische Variante wird laut Bundeskriminalamt (BKA) von der Polizei bei Observierungen nicht genutzt. Die Fahnder können allerdings - bei Verdacht einer schweren Straftat - mit Hilfe von zivilen GPS-Empfängern, die heimlich in Autos mutmaßlicher Täter eingebaut werden, ein umfassendes "Bewegungsbild" eines Fahrzeugs erzeugen, also Informationen zum Standort des Autos. Dieses Vorgehen hat das Bundesverfassungsgericht am Dienstag gebilligt.

Das BKA machte davon im Zeitraum von 1998 bis 2004 pro Jahr jeweils sechs bis zehn Mal Gebrauch. Der GPS-Chip wird nach Angaben des BKA nur in Fahrzeuge eingebaut. Eine "Präparation von Personen oder Kleidung" sei nicht möglich, ohne dass die Person dies sofort bemerken würde.

Die GPS-Technik schreitet jedoch unaufhörlich voran - und das nicht nur im Straßenverkehr, wo sie etwa auch bei den Bordgeräten ("On Board Units") für die Lkw-Maut eine zentrale Rolle spielt. Diese Technik dürfte in Zukunft auch den Alltag vieler Menschen stark beeinflussen. Nach Einschätzung des Berliner Datenschutzbeauftragten Hansjürgen Garstka arbeitet die Bekleidungsindustrie "sehr intensiv" daran, Kinderkleidung mit GPS-Empfängern auszustatten. Damit könnten Eltern immer ersehen, wo sich ihr Kind gerade aufhält.