Hochwasser: Merkel beruft Krisenstab ein - DER SPIEGEL
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Hochwasser Merkel beruft Krisenstab ein

Angela Merkel will in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete reisen. Sie wolle sich selbst ein Bild von der Situation machen, sagte Regierungssprecher Seibert. Die Kanzlerin lasse sich bereits laufend über die Lage informieren.
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Berlin - Das Thema Hochwasser erreicht nun auch die Politik. Kanzlerin Angela Merkel ließ am Montag über ihren Sprecher mitteilen, dass sie in die betroffenen Regionen reisen werde. Sie wolle sich vor Ort selber einen Eindruck verschaffen, sagte Steffen Seibert am Montag in Berlin. Wohin genau die Kanzlerin reisen wird, ist bisher noch nicht bekannt.

Das Kanzleramt habe zudem entschieden, dass ein Krisenstab gebildet werden soll, in dem auch die Ministerien für Inneres, Verteidigung und Finanzen vertreten sein sollen. Der Stab soll ans Kanzleramt berichten. Geleitet werden soll das Gremium von Innen-Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche. "Der Bund hilft nach Kräften", sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Nach Seiberts Angaben ließ sich Merkel bereits am Wochenende von den Ministerpräsidenten der betroffenen Länder berichten. Zudem lasse sie sich laufend über die Maßnahmen von Bundeswehr, Bundespolizei und Technischem Hilfswerk informieren. Es sei aber zu früh, um über etwaige finanzielle Hilfen für die Leidtragenden des Hochwassers zu sprechen.

Der Regierungssprecher wies Darstellungen als abseitig zurück, Merkels Engagement in den Flutgebieten könne mit der nahenden Bundestagswahl in Zusammenhang stehen. Bei dem sogenannten Jahrhunderthochwasser 2002 wurde der Einsatz des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) als ausschlaggebend für seinen späteren Sieg bei der Bundestagswahl angesehen.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) war am Montag in die sächsischen Hochwassergebiete gereist. Friedrich wolle sich in Zwickau und Grimma ein Bild vom Einsatz der Bundespolizei machen, teilte sein Sprecher in Berlin mit. In der Region seien Hunderte Polizisten mit Booten, Sandsäcken und einem Kran-Lkw im Einsatz. In Glauchau besucht Friedrich zudem Bundeswehrsoldaten, die dort helfen.

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte, die Bundeswehr habe 1760 Soldaten zur Bekämpfung des Hochwassers abgestellt. Sie sollten unter anderem bei der Befestigung von Deichen und beim Auffüllen von Sandsäcken helfen. Mit Hubschraubern solle die Luftwaffe zudem dazu beitragen, genaue Erkenntnisse über das Ausmaß der Überschwemmungen zu gewinnen.

Viele Regionen im Süden und Osten Deutschlands sind nach starken Regenfällen der vergangenen Tage von Überschwemmungen betroffen, insbesondere auch in Bayern. In etlichen Städten und Landkreisen in Bayern, Thüringen und Sachsen gilt Katastrophenalarm.

ler/AFP/dpa/Reuters