Hooligans: Massive Angriffe auf Polizei - DER SPIEGEL
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Hooligans Massive Angriffe auf Polizei

In Dortmund ist es nach dem WM-Spiel der Deutschen gegen Polen zu schweren Ausschreitungen gekommen. Hooligans beschossen die Polizei mit Signalraketen. Die Beamten nahmen rund 300 Randalierer fest.
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Dortmund - Vor Beginn des Spiels habe es auf dem Alten Markt in der Innenstadt "massive Angriffe" gewaltbereiter Fans auf Polizisten gegeben, sagte eine Polizeisprecherin in Dortmund. Hooligans hätten Flaschen und Tische auf die Beamten geworfen und diese mit Signalraketen beschossen. Insgesamt seien etwa 300 Menschen in Gewahrsam genommen worden. In der Nacht habe sich die Lage dann beruhigt. Der einsetzende Regen habe viele Menschen nach Hause getrieben, die Straßen der Stadt hätten sich geleert.

Zu den Zusammenstößen zwischen Polizisten und Hooligans sei es gekommen, als die Beamten auf dem Alten Markt eine Gruppe von etwa 120 als gewaltbereit bekannten Fans vorsorglich in Gewahrsam genommen wollten. Dies sollte geschehen, "um Gewalt zu verhindern", sagte die Sprecherin.

Bei dem Einsatz seien die Polizisten dann angegriffen worden. Über Verletzungen sei nichts bekannt. Unter den 300 Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, hielten sich Deutsche und Polen in etwa die Waage. Insgesamt seien rund 100.000 Menschen zu dem Spiel nach Dortmund gekommen.

In Berlin lief der zweite Spieltag der deutschen Nationalmannschaft weitgehend friedlich ab. Auf der Fanmeile zwischen der Siegessäule und dem Brandenburger Tor waren nach Polizeiangaben erneut mehrere hunderttausend Menschen unterwegs. Rund 4000 Polizisten sorgten für die Sicherheit. Besondere Vorkommnisse waren laut Polizei nicht zu verzeichnen. Vereinzelt habe es Festnahmen nach "alkoholbedingten körperlichen Auseinandersetzungen" gegeben. "Wir freuen uns, dass die überwiegende Anzahl der Menschen friedlich zusammen feiert und sind sehr zufrieden mit dem Einsatzverlauf", sagte Einsatzleiter Jürgen Klug.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ingo Wolf erklärte kurz vor Mitternacht, insgesamt seien rund 300 Personen festgenommen worden. "Die Chaoten hatten keine Chance dauerhaft zu stören." Die Polizei habe mit 2000 Beamten durchgegriffen.

Am Mittag hatte die Polizei in Dortmund bereits 60 polnische Fans in Gewahrsam genommen, da diese ebenfalls als potenzielle Problemfans eingeschätzt worden seien oder gefährliche Gegenstände wie Totschläger dabei gehabt hätten. 30 Polen wurden am Alten Markt in der Innenstadt gestellt, vier in der Nähe des Stadions aufgegriffen. Um den Alten Markt gibt es zahlreiche Kneipen und Restaurants, die Bildschirme für die Übertragung der WM-Spiele aufgestellt haben.

Auf dem Dortmunder Friedensplatz, wo 7500 Fans das Spiel verfolgen, sperrte die Polizei alle Zugänge, um ein Übergreifen der Randale zu verhindern. In der Dortmunder Arena selbst kam es zu keinerlei gewalttätigen Zwischenfällen.

asc/AFP/Reuters

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