Idomeneo: Innensenator Körting räumt Fehler ein - DER SPIEGEL
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Idomeneo Innensenator Körting räumt Fehler ein

Nach der Absetzung der Mozart-Oper Idomeneo hat Berlins Innensenator Körting eingeräumt, Fehler gemacht zu haben. Bevor das Stück abgesagt wurde, habe man nicht ausreichend miteinander gesprochen. Die Berliner Oper erwägt inzwischen die Wiederaufnahme des Stücks.
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Berlin - In einer schriftlichen Mitteilung gestand der Senator ein, dass es vor der Absetzungsentscheidung keine ausführlichen Gespräche zwischen den Verantwortlichen gegeben hat. "Bei rückblickender Betrachtung wäre wahrscheinlich ein ausführlicher Diskurs zwischen allen Beteiligten vor einer Entscheidung Ziel führend gewesen", hieß es verklausuliert in Ehrhart Körtings (SPD) Mitteilung.

Der Generalsekretär der Berliner CDU, Frank Henkel, begrüßte "das Eingeständnis des Berliner SPD-Innensenators, sich hinsichtlich der Gefährdungslage der Aufführung der Mozart-Oper geirrt zu haben".

Körting hatte nach eigenen Worten die Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, im Sommer telefonisch über mögliche Gefahren informiert, die die Inszenierung von Hans Neuenfels heraufbeschwören könnte. Nachdem die Intendantin angedeutet habe, die Inszenierung abzusetzen oder zu verschieben, habe er sich erleichtert gezeigt. Harms hatte die Inszenierung daraufhin aus dem Spielplan genommen.

"Es hat zu keinem Zeitpunkt eine konkrete Anschlagdrohung gegeben", sagte Körting. Nach der Einschätzung der Behörden lag aber eine Gefährdung vor. Der Senator sagte, er "halte es nach wie vor für richtig, dass die Deutsche Oper über die Gefährdungsbewertung unterrichtet worden ist." Im Schlussbild der Inszenierung sind die abgeschlagenen Köpfe von Religionsstiftern wie Christus und Mohammed zu sehen.

Ausgangspunkt der Ereignisse war laut Körting die Warnung einer anonymen Anruferin bei der Bundespolizei gewesen, die das Berliner Landeskriminalamt (LKA) informierte. Am 13. Juli übermittelte das Bundeskriminalamt (BKA) dem LKA eine Bewertung. Darin hieß es, neben Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland könnten durch die Inszenierung "deutsche Interessen im Ausland" gefährdet sein.

Das LKA kam am 14. Juli zu dem Ergebnis, dass bei regem Medienecho eine Reaktion in der "islamischen Welt" zu erwarten sei und dann ein "gefährdendes Ereignis" in der Hauptstadt wahrscheinlich sei. Die Innenverwaltung teilte dies nach eigenen Angaben telefonisch der Kulturverwaltung mit und erhielt die Zusage, Harms dafür zu sensibilisieren. Ob dies geschah, ließ Körtings Mitteilung offen.

Die Deutsche Oper Berlin erwägt inzwischen eine Wiederaufnahme des Werks. Körting wies darauf hin, die Polizei sei in der Lage, für angemessenen Schutz zu sorgen. Opern-Sprecher Alexander Busche sagte, Voraussetzung für eine Neu-Ansetzung der Oper sei ein Sicherheitskonzept der Polizei. "Wenn es ein neues Sicherheitskonzept geben würde, könnten wir Überlegungen darüber anstellen", sagte Busche. Eine Entscheidung für oder gegen eine Wiederaufführung sei aber noch nicht gefallen. Die Debatten darüber liefen noch.

Die Polizei sicherte der Oper Unterstützung zu. Sollte sich das Haus entscheiden, das Stück doch aufzuführen, stehe die Polizei "selbstverständlich zur Verfügung", sagte ein Sprecher. Bislang habe es aber noch keine Beratungen mit der Opernleitung gegeben.

asc/dpa/Reuters

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