Innovationsgipfel Regierung sucht Partner
Berlin - Gerhard Schröder hat mit Spitzenkräften aus Wirtschaft und Wissenschaft eine engere Kooperation zur Förderung von Innovationen vereinbart. Bei einem Treffen im Berliner Kanzleramt verständigte er sich gestern Abend mit zwölf Experten darauf, eine Initiative mit dem Titel "Partner für Innovation" zu starten. "Ziel ist die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen sowie die Erschließung von Zukunftsmärkten, die ein enges Zusammenwirken von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erfordern", sagte ein Regierungssprecher.
Der Kanzler hatte in der vergangenen Woche angekündigt, das Thema Innovation in diesem Jahr zum politischen Schwerpunkt machen zu wollen. An dem Gespräch im Kanzleramt nahmen auch Außenminister Joschka Fischer, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) teil.
Aus der Wirtschaft waren unter anderen die Vorstandschefs von Siemens und Telekom, Heinrich von Pierer und Kai-Uwe Ricke, vertreten. Aus dem Forschungsbereich waren die Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft und der Berliner Humboldt-Universität, Hans-Jörg Bullinger und Jürgen Mlynek, eingeladen. Der Regierungssprecher bezeichnete das Treffen als Erfolg. Für Ende März sei eine weitere Runde vereinbart worden.
Vor dem Gespräch gab es unterschiedliche Einschätzungen zu der Erfolgschancen der Kanzler-Initiative. Der Präsident der Leibniz-Wissenschaftsgemeinschaft, Hans Olaf Henkel, äußerte sich skeptisch. "Nach meiner Einschätzung wird das eine ziemliche Show-Veranstaltung, so wie das Bündnis für Arbeit oder die Kanzler-Runden früher bei Herrn Kohl", sagte er gegenüber dem Radiosender WDR 5. Anstatt die finanzielle Förderung von Forschung und Bildung zu verbessern werde eine Veranstaltung einberufen, "damit der deutsche Wähler den Eindruck bekommt, es würde sich plötzlich bei diesem Thema was tun".
Industriepräsident Michael Rogowski zeigte sich dagegen zuversichtlich und sprach sich für regelmäßige Tagungen der Expertenrunde bei Schröder aus. "Ich gehe mal davon aus, dass dieser Innovations-Beirat nicht nur Eintagsfliege wird, sondern eine dauerhafte Einrichtung, bei der tatsächlich Innovationsstrategien und die Rahmenbedingungen für mehr Innovation in Deutschland geschaffen werden", sagte der BDI-Chef im Südwestrundfunk.
In der vergangenen Woche hatte die SPD-Spitze ein Strategiepapier zum Thema Innovation beschlossen, das unter anderem die Erhöhung der Forschungsausgaben von 2,5 auf drei Prozent des Bruttosozialprodukts bis 2010 und die Schaffung von Elite-Universitäten vorsieht.