Integration: Bundesregierung will Berufschancen verbessern - DER SPIEGEL
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Integrationsgipfel Bundesregierung will Berufschancen für Migranten verbessern

Fast ein Drittel der jugendlichen mit Migrationshintergrund bleibt ohne Berufsabschluss - mit dem Integrationsgipfel will die Bundesregierung gegensteuern. Die Ergebnisse blieben jedoch vage.
Kanzlerin Merkel spricht mit der Auszubildenden Hilay Demir: Allein ein türkischer Name erschwert Bewerbungen
Kanzlerin Merkel spricht mit der Auszubildenden Hilay Demir: Allein ein türkischer Name erschwert Bewerbungen

Kanzlerin Merkel spricht mit der Auszubildenden Hilay Demir: Allein ein türkischer Name erschwert Bewerbungen

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa
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Berlin - Bund, Gewerkschaften und Wirtschaft wollen eine bessere Ausbildung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund erreichen. Nur wie dieses Ziel erreicht werden soll, bleibt auch nach dem siebten Integrationsgipfel der Bundesregierung offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach sich am Montag dagegen aus, Arbeitgebern ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren vorzuschreiben, damit Menschen mit ausländischen Namen nicht diskriminiert werden. Stattdessen solle ein Umdenken bei den Personalchefs erreicht werden.

Merkel hatte das Thema Integration 2006 zur Chefsache gemacht und damals zum ersten Gipfel eingeladen. Das Ergebnis des diesjährigen Gipfels: Künftig soll nicht nur die Berufsberatung verbessert werden, sondern auch eine "assistierte Ausbildung" eingeführt werden, heißt es in der Abschlusserklärung. Geplant seien 10.000 Ausbildungsplätze mit individueller Betreuung, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann. Finanziert werden soll dies von der Bundesagentur für Arbeit, dem Bund und dem Europäischen Sozialfonds.

Schlechte Chancen mit türkischem Namen

Dass beispielsweise ein türkischer Nachname schlechtere Möglichkeiten im Bewerbungsprozess bietet, belegt eine aktuelle Studie. Entsprechende Bewerber müssen im Schnitt mehr Bewerbungen losschicken, um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, als ein Jobsuchender mit deutschem Namen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Türkische Gemeinde in Deutschland hatten öffentliche Arbeitgeber und Unternehmen deshalb aufgefordert, anonymisierte Bewerbungsverfahren einzuführen. Die Mehrheit der Arbeitgeber lehnt das jedoch ab.

In Deutschland hat jeder fünfte Bürger ausländische Wurzeln - das sind etwa 16 Millionen Menschen. Die größten Gruppen sind Menschen türkischer und polnischer Herkunft. Mehr als die Hälfte der Migranten hat die deutsche Staatsangehörigkeit.

30,5 Prozent der jungen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit bleiben ohne Berufsabschluss - das sind fast dreimal so viele wie junge Erwachsene mit deutschem Pass (10,9 Prozent). Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), betonte, jungen Menschen mit Migrationshintergrund und auch deren Eltern müsse "der hohe Stellenwert der Ausbildung in Deutschland" nähergebracht werden. Die hohen Abbrecherquoten zeigten, dass ein Studium nicht für jeden der richtige Weg sei. Viele der 350 Ausbildungsberufe seien Migranten bisher gar nicht bekannt.

vek/dpa/Reuters