Kampfabstimmung Nahles wird SPD-Generalsekretärin
Berlin - Andrea Nahles setzte sich bei der Kampfabstimmung im SPD-Vorstand mit 23 zu 14 Stimmen überraschend gegen Münteferings Favoriten Wasserhövel durch. Der bisherige Bundesgeschäftsführer war von Parteichef Franz Müntefering für das Amt des Generalssekretärs vorgeschlagen worden.
Wasserhövel und Präsidiumsmitglied Nahles traten im 45 Mitglieder zählenden Vorstand der SPD in geheimer Wahl gegeneinander an. Zuvor war verabredet worden, dass derjenige, der bei der Kampfabstimmung die meisten Stimmen bekommt, als einziger Kandidat auf dem SPD-Parteitag in zwei Wochen in Karlsruhe für den Posten kandidiert.
Im SPD-Vorstand soll es eine heftige Debatte über die Neubesetzung des Generalsekretärsposten gegeben haben. Die für 14.30 Uhr geplante Pressekonferenz verzögerte sich deshalb. Zu diesem Zeitpunkt standen immer noch mindestens ein halbes Dutzend Redner auf der Liste. Aus Teilnehmerkreisen hieß es, auch Bundeskanzler Gerhard Schröder habe an der Aussprache teilgenommen.
Er habe an das Führungsgremium appelliert, alles zu tun, um die Autorität von Parteichef Franz Müntefering zu stärken. Schröder warnte vor einer Beschädigung Münteferings. Es müsse alles getan werden, um die Autorität Münteferings zu stärken, sagte er laut Regierungssprecher Béla Anda in der Vorstandssitzung. Er stellte sich damit klar hinter den Vorschlag Münteferings, seinen Vertrauten Wasserhövel zum neuen Generalsekretär zu wählen.