Kanzleramt Noch mehr Leuna-Akten verschwunden
Hamburg - Im Bundeskanzleramt fehlen nach Informationen der "Bild"-Zeitung mindestens sieben Aktenordner mit Unterlagen über den Verkauf der Leuna-Raffinerie und des Minol-Tankstellennetzes. Das hätten Vergleiche mit Akten-Kopien ergeben, die Beamte im Bundesfinanzministerium entdeckt haben, wie das Blatt berichtet. Bisher hatte das Kanzleramt nur drei fehlende Ordner bestätigt.
Die verschwundenen Akten umfassen laut "Bild" den Zeitraum von April 1991 bis Juni 1993 sowie 1997. Die Duplikate des Ministeriums seien aber unvollständig und unsortiert und böten daher keine neuen Erkenntnisse über den Verkauf der Leuna-Raffinerie und des Minol-Tankstellennetzes.
Der ostdeutsche Energieversorger Leuna-Minol war 1992 unter der Regierung von Helmut Kohl (CDU) an den französischen Konzern Elf Aquitaine verkauft worden. Dabei sollen Schmiergelder in zweistelliger Millionenhöhe geflossen und zu hohe Subventionen gezahlt worden sein.