Kanzlerkandidatur: Stoiber oder Merkel? - DER SPIEGEL
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Kanzlerkandidatur Stoiber oder Merkel?

Nach der Nominierung von Angela Merkel zur Parteichefin wendet sich die Union der nächsten Postenfrage zu: Wer wird Kanzlerkandidat? Zwei neue Umfragen geben Merkel, aber auch Edmund Stoiber Hoffnung.
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Hamburg/Berlin - Eine "Bild"-Umfrage unter Politikwissenschaftlern und Meinungsforschern ergab, dass Merkel gute Chancen auf die Kanzlerschaft habe. Die Chefin des Instituts für Demoskopie in Allensbach, Elisabeth Noelle-Neumann, sagte dem Blatt, Merkel habe starke Ausstrahlung und Charisma. 50 Prozent der Deutschen hätten eine gute Meinung von ihr. Die CDU-Generalsekretärin sei auch bei SPD-Frauen beliebt.

Klaus-Peter Schöppner, Chef des Emnid-Instituts, sagte der "Bild": "Deutschland ist reif für einen neuen Politikstil, bei dem Demokratie endlich Politik für Menschen durch Menschen ist und nicht Eigennutz, Technokratie. Diese neue Politik verkörpert keine besser als Angela Merkel. Wenn zur Tugend auch noch die richtigen Themen kommen, kann sie sogar Schluss machen mit der deutschen Krankheit Politikverdrossenheit."

Merkel schneidet im direkten Vergleich mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) besser ab als CSU-Chef Edmund Stoiber: Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitung "Die Woche" würde Merkel bei einer Wahl mit 33 Prozent knapper gegen Schröder (40 Prozent) unterliegen als Stoiber (30 zu 43 Prozent).

Bei den Unionsanhängern hat Stoiber allerdings den größeren Rückhalt: 73 Prozent würden sich für ihn entscheiden, sollte er als Herausforderer von Schröder antreten. Merkel käme dagegen nur auf eine Zustimmung von 66 Prozent, ergab die Forsa-Umfarge.

Laut CSU-Vize Horst Seehofer würde Stoiber seine Kandidatur aber sowieso nicht von Umfragewerten abhängig machen. "Edmund Stoiber ist keiner, der nur bei Rückenwind antritt", sagte Seehofer dem Magazin "Stern". Bisher hat Stoiber erklärt, nicht kandidieren zu wollen. Merkel hingegen hat ihre Kandidatur nicht ausgeschlossen.