Karrierepläne Koch bestreitet Ambitionen auf Kanzleramt
Berlin/Wiesbaden - Koch sagte: "Ich habe eine klare Perspektive für die Landespolitik, und an dieser Perspektive hat sich nichts geändert", sagte Koch in Wiesbaden. In einer im Vorjahr erschienenen Biografie Kochs hatte es geheißen, der hessische CDU-Chef habe sich den Wahlkreis des Bundestagsabgeordneten und früheren Bundesforschungsministers Heinz Riesenhuber gesichert. "Mein Biograf irrt", sagte Koch dazu.
Beim Abarbeiten seines Regierungsprogramms sieht sich der Ministerpräsident im Zeitplan. Eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren CDU-Alleinherrschaft zu ziehen, komme "der Beschreibung einer großen Baustelle" gleich. Bis zur Landtagswahl 2008 würden aber alle Ankündigungen erfüllt. Zu den Erfolgen seiner Regierung zählte Koch die wachsende Zahl der Unterrichtsstunden an den Schulen, den Anstieg der Hochschulausgaben und die steigende Aufklärungsquote der Polizei.
Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder stellt sich nicht auf einen Herausforderer Koch ein. "Ich gehe davon aus, dass Frau Merkel die Herausforderin sein wird, auch wenn ich den Ehrgeiz von Herrn Stoiber nicht zu unterschätzen rate", sagte Schröder heute in der n-tv-Sendung `Maischberger". Eine Kanzlerkandidatur des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff oder des Bundespräsidenten Horst Köhler hält Schröder für ausgeschlossen. "Ich glaube nicht, dass der Bundespräsident auf Jobsuche ist", sagte er. Wulff hatte am Wochenende erklärt, dass er mit einer Entscheidung über die Kanzlerkandidatur noch im Herbst dieses Jahres rechnet.
Die Grundsatzrede Köhlers zur Lage auf dem Arbeitsmarkt in der vergangenen Woche begrüßte Schröder im Gegensatz zu vielen seiner Parteifreunde. Als Einmischung in die Tagespolitik habe er die Ausführungen des Bundespräsidenten nicht verstanden. "Ich habe das als einen wichtigen Beitrag begriffen, auf den man zu antworten hatte", sagte Schröder. Dies habe er zwei Tage später in seiner Regierungserklärung im Bundestag getan. "Und das war es dann auch."