Kirchenstreit Bayerischer Kardinal greift Protestanten an
München - Gegenstand des Streits ist die Ökumene. Nach jahrelangem gemeinsamem Engagement bewegen sich die beiden Konfessionen nun nicht weiter aufeienander zu. Der Erzbischof und Kardinal Friedrich Wetter reagierte unter anderem auf Äußerungen des evangelischen Landesbischofs Johannes Friedrich zum gemeinsamen Abendmahl.
Die katholische Kirche werde sich auf keinen Fall öffentlich als Bremser in der Ökumene hinstellen lassen, sagte Wetter nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats bei einer Tagung von Dekanen. Er habe schon viele positive Erfahrungen in der Ökumene gemacht. Wenn jetzt aber von der evangelischen Kirche unrealistische Forderungen erhoben würden, habe dies keine guten Auswirkungen auf die Ökumene, erklärte der Kardinal. "Ich sage dies nicht in Genugtuung, sondern in Trauer." Wetter verwahrte sich auch gegen Ratschläge von Friedrich an die katholische Kirche.
Friedrich hatte in einem Interview gesagt, allein schon praktische Gründe sprächen dafür, dass die katholische Kirche ihren Widerstand gegen ein gemeinsames Abendmahl aufgebe. Denn wegen des zunehmenden Priestermangels könne die katholische Kirche nicht mehr allen Gläubigen die Eucharistie am Sonntag garantieren. "Unverständlich ist mir deshalb, dass sie die gemeinsamen ökumenischen Möglichkeiten so beharrlich negiert", sagte Friedrich.