Klauenseuche: Nordrhein-Westfalen richtet Sperrbezirke ein - DER SPIEGEL
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Klauenseuche Nordrhein-Westfalen richtet Sperrbezirke ein

In Deutschland laufen die Schutzmaßnahmen gegen eine Verbreitung der Maul- und Klauenseuche auf Hochtouren. In Nordrhein-Westfalen wurden zwei Höfe vorsorglich abgesperrt, Hunderte Schafe getötet.
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Düsseldorf/Neuss/Aachen - 1500 Schafe seien im Kreis Neuss getötet und entsorgt worden, sagte ein Sprecher des NRW-Agrarministeriums am Mittwoch. Im Kreis Aachen wurden 350 Tiere getötet.

Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) erklärte, die Seuche sei unter Kontrolle. Eine Zahl der bisher gesperrten Betriebe nannte sie nicht. Die Gefahr, dass sich in den vergangenen Tagen noch Tiere infiziert hätten, sei gering. Bisher gebe es auch keine Hinweise darauf, dass Schweine oder Schafe in Deutschland von der Maul- und Klauenseuche befallen sind.

Zahlreiche Betriebe in Nordrhein-Westfalen stehen wegen der Maul- und Klauenseuche unter Beobachtung. Sie hatten in den vergangenen Wochen Tiere aus England importiert. Diese kamen aber im Gegensatz zu den getöteten Herden nicht aus Seuchen-Gebieten auf der Insel.

In den von der Massentötung betroffenen Betrieben begann am Mittwoch in NRW eine groß angelegte Desinfizierungsaktion. Boden, Stroh und Betonteile, die möglicherweise mit Blut oder Speichel in Berührung gekommen sein könnten, müssen abgetragen werden. Die Desinfektion werde zwei Tage lang dauern.

Unterdessen wurde um die betroffenen Betriebe im Umkreis von drei Kilometern eine Sperrzone errichtet. Bei den Höfen handelt es sich nach Angaben des Agrarministeriums um zwei Anwesen in den Kreisen Neuss und Aachen. Es seien Verdachtssperrbezirke eingerichtete worden. Grund für die Maßnahme sei der Nachweis von Antikörpern bei den Tieren gegen die Maul- und Klauenseuche, hieß es.

Insgesamt waren am Dienstag im Blut von fünf Schafen aus Nordrhein-Westfalen Antikörper gegen die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Das bedeutet, dass die Tiere zumindest mit infizierten Tieren in Berührung gekommen sein mussten.

Testergebnisse werden Ende der Woche vorliegen

Nach Angaben des Agrarministeriums werden Zellkulturen von den Tieren gezüchtet, um in weiteren Tests festzustellen, ob die Schafe tatsächlich den Erreger in sich trugen. Düsseldorf rechnet noch in dieser Woche mit Klarheit über die Verdachtsfälle. Das Ergebnis der abschließenden Analyse der Zellkulturen aus den Kreisen Neuss und Aachen werde "spätestens am Wochenende" vorliegen, sagte ein Ministeriumssprecher am Mittwoch auf Anfrage.

Unterdessen wächst in der Viehwirtschaft die Furcht vor den möglichen Folgen einer Epidemie auch in Deutschland. "Dann gibt es auch einen Einbruch am Schweinefleisch-Markt", fürchtete ein Sprecher des Deutschen Vieh- und Fleischhandelsbunds die Reaktion der Verbraucher.

Maßnahmen der anderen europäischen Länder

Auch andere europäische Staaten unternehmen rigorose Schritte, um die Gefahr einer Ausbreitung der in Großbritannien grassierenden Seuche zu bannen. In Frankreich wurde mit der Tötung von 20.000 aus Großbritannien importierten Schafen begonnen. In Spanien werden 540 ebenfalls von der Insel eingeführte Schweine notgeschlachtet, obwohl sie keine Krankheitsanzeichen haben.

In Großbritannien hat sich die Zahl der Verdachtsfälle auf 18 erhöht. Um eine Ausbreitung zu bremsen, sind drei Parks in der Umgebung von London sowie zahlreiche Tiergärten geschlossen worden. Die Jagd wurde landesweit verboten. Auf der Insel ist die Verbrennung von 7000 Rindern, Schafen und Schweinen angeordnet worden.