Koch FDP-Chef Gerhardt fordert Rücktritt
Wiesbaden/Dresden - "Meine Meinung ist seit dem Frühjahr bekannt. An dieser Auffassung hat sich bis heute nichts geändert", sagte Gerhardt in Dresden. Zugleich sprach sich der FDP-Chef gegen Neuwahlen in Hessen aus. Die Wähler hätten der CDU/FDP-Koalition ein ordentliches Votum erteilt.
"Nicht nur ich bin skeptischer geworden, ob der hessische Untersuchungsausschuss wirklich nur solche Sachverhalte zu Tage fördert, die Roland Koch einen Verbleib im Amt ermöglichen", sagte der FDP-Bundesvorsitzende. Koch solle nach dem Rücktritt des Chefs seiner Staatskanzlei, Franz Josef Jung (CDU), noch einmal seine Haltung überprüfen. Kochs Glaubwürdigkeit sei schwer erschüttert.
Gerhardt kritisierte jüngste Äußerungen aus der CDU, die den Eindruck erwecken wollten, dass es in der hessischen Finanzaffäre nur Opfer und gar keine Täter gebe. "Diesen öffentlichen Eindruck kann man niemandem mehr glaubwürdig vermitteln." Die hessische FDP bleibe weiter aufgefordert, die Vorgänge zu prüfen und die Ergebnisse des Untersuchungsausschusses abzuwarten und zu bewerten.
Präsidium und Vorstand der Bundes-FDP werden sich laut Gerhardt am Montag von der hessischen FDP-Landesvorsitzenden Ruth Wagner über die jüngsten Entwicklungen informieren lassen.