Kohl droht: Im Wahlkampf "massiv" mitmischen - DER SPIEGEL
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Kohl droht Im Wahlkampf "massiv" mitmischen

Seine weiße Weste hat er sich gründlich bekleckert: Die Namen seiner Spender hat Altkanzler Kohl bis heute nicht genannt. Und noch immer steht er im Verdacht, käuflich gewesen zu sein. Dennoch will sich der Ehrenvorsitzende der CDU im Wahlkampf für seine Partei stark machen.
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Berlin - "Ich werde mitkämpfen, und zwar massiv und gut", sagte Kohl am Rande seiner Vernehmung durch den Parteispenden-Untersuchungsausschuss am Donnerstag in Berlin. Der wegen der CDU-Finanzaffäre auch in den eigenen Reihen umstrittene Ex-Kanzler äußerte sich zuversichtlich, dass die Union im kommenden September die rot-grüne Bundesregierung ablösen wird: "Wir werden trotz Unkenrufen diese Wahl gewinnen." Er ermahnte seine Partei in scharfen Worten, die Debatte über den Unions-Kanzlerkandidaten zu beenden.

Kohl nannte den von CDU-Chefin Angela Merkel und dem CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber vereinbarten Zeitplan zur Kür des Herausforderers von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) "schlau" und fügte hinzu: "Noch schlauer wäre es, wenn jetzt alle das Maul halten würden." In den vergangenen Tagen war die Personaldebatte erneut durch den angeblichen Plan führender CDU-Politiker angefacht worden, Merkel zum Verzicht auf die Kanzlerkandidatur zu bewegen.

Die CDU-Chefin und Stoiber haben vereinbart, Anfang 2002 einen gemeinsamen Vorschlag für den Schröder-Herausforderer zu unterbreiten. Kohl versicherte, als "Parteisoldat" die Entscheidung der beiden Vorsitzenden mitzutragen.

Der Alt-Kanzler sagte mit Blick auf die bevorstehende Auseinandersetzung mit der Bundesregierung: "Es wird mir Spaß machen, diesen Wahlkampf zu führen." Teile der CDU betrachten allerdings eine aktive Rolle Kohls wegen seiner Verstrickung in die Spendenaffäre mit Skepsis. Das Verhältnis des ehemaligen Parteichefs Wolfgang Schäuble zu Kohl gilt als zerrüttet.