Kohl-Spender Gaben ihm vier Unternehmer die Millionen?
Berlin - Kohl soll bei einem dreistündigen Gespräch mit Bundestagsabgeordneten der "Gruppe 94" gesagt haben, dass es sich um Spender handle, die mit ihren Unternehmen auf ein Leben in Deutschland angewiesen seien. Bei Namensnennung würden sie Kohl zufolge "erhebliche Probleme" bekommen, sagte einer der Abgeordneten am Dienstag in Berlin. Auch er wollte nicht genannt werden.
Zuletzt berief Kohl sich am Donnerstag vergangener Woche vor dem Berliner Untersuchungsausschuss zur CDU-Parteispendenaffäre auf sein Ehrenwort und das Aussageverweigerungsrecht. Erstmals erklärte er jedoch, dass der Kreis der Geldgeber nicht groß gewesen sei. Bei den Spenden geht es um rund zwei Millionen Mark, die die CDU in den neunziger Jahren gesetzeswidrig verbucht hatte.
Die Weigerung Kohls, die Spendernamen zu nennen, hatte zu einem tiefen Zerwürfnis mit der neuen CDU-Parteiführung geführt. Trotz harter Kritik aus der Unionsfraktion sieht CDU-Chefin Angela Merkel jedoch keinen Anlass, etwas an ihrer Haltung gegenüber Kohl zu ändern. "Wir werden Kohl da unterstützen, wo er mit Recht um seine Ehre kämpft. Die offene Flanke, die aus den Fehlern der Vergangenheit besteht, bleibt aber bestehen", sagte Merkel am Montag nach einer Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag in Hannover.
Dagegen sagte der CSU-Abgeordnete Hans Michelbach der "Berliner Morgenpost", es gebe eine breite Mehrheit in der Fraktion, die sich dagegen wehre, den Altkanzler der Geschichtsfälschung auszuliefern. Diese Stimmung dürfe Merkel nicht unterschätzen.