Konkurrenz für SPD Neue Linkspartei formiert sich
Berlin - Links von der SPD soll es künftig nicht nur die PDS und die Grünen, sondern noch eine dritte größere politische Kraft in Deutschland geben: Die Unterstützer einer neuen Linkspartei haben sich am Wochenende in der Hauptstadt versammelt. «Wir streben eine neue Partei zur Bundestagswahl 2006 an», sagte das ehemalige SPD-Mitglied Thomas Händel am Sonntag bei der ersten Bundeskonferenz der «Initiative Wahlalternative».
Man wolle vor allem die Nichtwähler erreichen und sich nicht auf Personen, sondern auf Inhalte konzentrieren. Daher strebe man auch keine Herausbildung einer «Talkshow-Persönlichkeit» als Spitzenpolitiker an. Vielmehr sollen alle Regionalgruppen aktiv am eventuellen Parteiprogramm mitarbeiten.
Das ehemalige Fürther SPD-Mitglied Händel war in der vergangenen Woche zusammen mit drei anderen Mitgliedern aus der Sozialdemokratischen Partei wegen «parteischädigendem Verhalten» ausgeschlossen worden, weil er bei der "Wahlalternative" aktiv war.
Am 3. Juli soll aus der «Wahlalternative» und der bayerischen «Initiative für Arbeit und soziale Gerechtigkeit» (ASG) der gemeinsame Verein «Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit» gegründet werden. Eine erste Bundeskonferenz, auf welcher über die Gründung einer Linkspartei beraten werden soll, soll dann im Herbst folgen. Auf Einladung der Parteiaspiranten waren am Sonntag nach Veranstalterangaben rund 700 Menschen in Berlin zu einem Bundeskongress zusammengekommen. In der Humboldt-Universität sprachen unter anderen der frühere Chef der IG Medien, Detlef Hensche, sowie Vertreter von Gewerkschaften, der globalisierungskritischen Organisation Attac und Studentenorganisationen.