Krankenkassen: Höhere Beiträge? - DER SPIEGEL
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Krankenkassen Höhere Beiträge?

Die gesetzlichen Krankenkassen werden möglicherweise schon bald ihre Beiträge anheben. Im Gespräch ist eine Erhöhung von 13,6 auf mehr als 14 Prozent.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Ursache für die Beitragserhöhungen sei der bisher unzureichende Finanzausgleich zwischen "armen" und "reichen" Krankenkassen, sagten Experten und Gesundheitspolitiker in der "Bild am Sonntag". Der durchschnittliche Beitragssatz von derzeit durchschnittlich 13,6 Prozent könne im nächsten Jahr auf mehr als 14 Prozent steigen.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen, Friedrich Wilhelm Schwartz, sagte: "Wenn das verfügbare Geld unter den Kassen gleichmäßig verteilt wäre, kämen die Kassen in diesem Jahr und im ersten Halbjahr des nächsten Jahres gut über die Runden. Da das Geld aber sehr ungleich verteilt ist, wird es bei einigen Großkassen nach Weihnachten deutliche Beitragssteigerungen geben."

Seit 1996 dürfen Versicherte ihre Kasse frei wählen. Seitdem sind meist jüngere, gesunde und gut verdienende Mitglieder vor allem von den Allgemeinen Ortskrankenkassen zu den preiswerteren Betriebskrankenkassen übergewechselt. Ältere, gering Verdienende und chronisch Kranke blieben dagegen häufig ihrer Kasse treu. Die Verlierer-Kassen werfen den anderen Kassen vor, gezielt "Jagd auf Gesunde zu machen", um damit ihre Ausgaben und Beiträge zu senken.

Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) will deshalb den Finanzausgleich der Kassen ändern, wandte sich aber gegen einen "Schnellschuss". Erste Ergebnisse eines Gutachtens dazu lägen Ende September vor. Allein 1999 seien 23,5 Milliarden Mark zwischen den Kassen umverteilt worden. Trotz dieses Ausgleichs gebe es für einige Kassen bei der Mitgliederwerbung offensichtlich "noch einen Anreiz zur Risikoselektion", beklagte Fischer. Sie setze auf eine Änderung des Finanzausgleichs.