Künast: Massenschlachtung startet nächste Woche - DER SPIEGEL
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Künast Massenschlachtung startet nächste Woche

Verbraucherschutzministerin Künast ist optimistisch, dass bei der umstrittenen Massenschlachtung weniger als 400.000 Rinder vernichtet werden müssen. Auch sieht Künast die Gefahr von MKS in Deutschland schwinden.
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Brüssel/London - Renate Künast sagte bei einem Treffen der EU-Agrarminister zur geplanten Rinder-Schlachtung: "Ich hoffe, dass wir weniger als 400.000 Tiere töten." Von dieser Zahl war die Ministerin in den vergangenen Wochen ausgegangen. Bis Ende April werde das Fleisch der geschlachteten Tiere, wie im ursprünglichen EU-Schlachtprogramm vorgesehen, vernichtet. Theoretisch könnten bis dahin bis zu 100.000 über 30 Monate alte Rinder geschlachtet werden. Anschließend werde diese Maßnahme in Deutschland nahtlos in ein Ankaufprogramm übergehen, bei dem das Fleisch der Tiere auch auf eigene Kosten eingelagert werden kann. "Die Einlagerung ist aber ein finanzielles Problem", sagte die Ministerin, zumal keineswegs sicher sei, dass dieses Fleisch später noch verkauft werden könne.

Künast äußerte sich allgemein optimistisch zur Lage auf dem Rindfleischmarkt. Derzeit sei in Deutschland eine Erholung zu verzeichnen. "Die Talsohle scheint durchschritten zu sein", sagte sie, doch nach wie vor seien die Ställe übervoll.

Künast: MKS-Gefahr in Deutschland schwindet

Künast hofft, dass die Maul- und Klauenseuche in Deutschland nicht ausbrechen wird. "Von Tag zu Tag wird die Chance größer, dass wir verschont bleiben." Allerdings könne für die Bundesrepublik noch keine Entwarnung gegeben werden. Dies werde noch Wochen dauern. Vorsorgliche Impfungen gegen die Tierseuche lehnte Künast erneut ab. Bei flächendeckenden Impfungen verlöre EU-Fleisch den Status, frei von der Maul- und Klauenseuche zu sein. Dann müsse mit massiven Problemen bei der Fleischausfuhr gerechnet werden.

EU-Agrarkommissar Franz Fischler sagte in Brüssel, die BSE-Krise oder die Maul- und Klauenseuche seien schon einzeln eine "enorme Herausforderung für den EU-Agrarsektor". "Der Silberstreif am Horizont für den Rindfleischmarkt könnte sich als Illusion erweisen, wenn die Konsumenten Fleisch im Allgemeinen nun den Rücken kehren. In diesem Fall müsste die EU-Kommission ihre finanziellen Erwartungen für das Jahr 2001 nach unten korrigieren."

MKS: Bereits 335 Fälle in Großbritannien

In Großbritannien stieg unterdessen die Zahl der Fälle von Maul- und Klauenseuche auf 335 an. Der Chefveterinär der Regierung, Jim Scudamore, besuchte am Montag die nordenglische Grafschaft Cumbria, wo der Widerstand der Bauern gegen die von der Regierung verordnete Massenkeulung von bis zu 300.000 auch gesunden Tieren besonders groß ist.

In Carlisle, wo Scudamore mit örtlichen Veterinären und Vertretern der Bauerngewerkschaft NFU zusammentraf, demonstrierten Landwirte gegen die geplante Massenkeulung. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Seuche durch vorsorgliche Notschlachtungen ausgerottet werden könne. Der Sprecher der Organisation Farmers for Action (FFA), David Handley, sagte, auf einigen Farmen würden Tierkadaver seit zehn Tagen herumliegen und so die Gefahr von Ansteckungen erhöhen.