Landowsky "Das ist doch kein Spielfilm"
Berlin - Die Hauptakteure der Union zeigten sich locker und optimistisch. Als der Regierende Bürgermeister am Montag das Abgeordnetenhaus von Berlin betrat zur ersten Krisensitzung des Koalitionsausschusses in dieser Legislatur, wiegelte er ab. Das Treffen diene nur dem Informationsaustausch, sagte Eberhard Diepgen.
"Personalfragen können sich gar nicht stellen"
Nur einmal wurde er ärgerlich. "Personalfragen können sich gar nicht stellen, dafür ist der Ausschuss nicht zuständig", wies er die Journalisten zurecht. Der Satz betraf den CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky, dem von der SPD und der Opposition die Fähigkeit zu seinem politischen Amt abgesprochen wird. Er war kürzlich als Vorstand der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Berliner Hypothekenbank zurückgetreten. "Das ist doch kein Spielfilm hier", murmelte Landowsky, als er sich durch den Pulk von Journalisten einen Weg bahnte.
Diepgens Gegenspieler, Berlins SPD-Chef Peter Strieder, wirkte auf dem Weg zum Treffen angespannt und konzentriert. Sagte er vor der Sitzung noch: "Die CDU ist ganz offensichtlich handlungsunfähig", formulierte er anschließend vorsichtiger: "Die CDU-Fraktion ist nicht handlungsfähig bei der Bankgesellschaft."
Ehrenrat berät über Landowsky
Die Debatte hinter der verschlossenen Tür des Parlaments-Kasinos drehte sich hauptsächlich um die Schieflage der Bankgesellschaft. Die Sitzung dauerte schließlich fünf Stunden. Und die weiteren Stationen dieser fast unendlichen Geschichte stehen bereits fest: Am Dienstag tagt routinemäßig die CDU-Fraktion, am Donnerstag berät der Berliner CDU-Ehrenrat den Fall Landowsky.