Machtkampf in der CSU: Seehofer liebäugelt mit Mitglieder-Befragung - DER SPIEGEL
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Machtkampf in der CSU Seehofer liebäugelt mit Mitglieder-Befragung

Trotz aller Appelle an Horst Seehofer, seine Kandidatur für den Parteivorsitz fallen zu lassen: Der Führungsstreit in der CSU gärt weiter. Seehofer könnte nun eine Mitgliederbefragung anstreben, um sich gegen seinen Rivalen Erwin Huber durchzusetzen. Auch Landrätin Pauli visiert ein Parteiamt an.
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Berlin/München – Alle gegen Seehofer: Das Establishment der CSU will eine Kampfkandidatur um die Nachfolge des scheidenden Parteivorsitzenden Edmund Stoiber verhindern. Bayerns Innenminister Günther Beckstein, der als wahrscheinlicher Nachfolger Stoibers im Amt des Ministerpräsidenten gilt, appellierte an Bundesagrarminister Seehofer, einer einvernehmlichen Lösung zuzustimmen.

"Er würde seiner Partei einen großen Dienst erweisen, wenn es nicht zu einer Kampfkandidatur käme. Das wäre ein Signal der Geschlossenheit und würde weitere Wunden vermeiden", sagte Beckstein der "Bild"-Zeitung. Seehofer und Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) sind die Kandidaten für den künftigen Parteivorsitz.

CSU-Generalsekretär Markus Söder sagte der "Rheinischen Post", er glaube nicht an eine Kampfabstimmung. "Es wäre auch für alle Beteiligten und die CSU besser, wenn es zu einer einheitlichen Lösung kommt". Seine persönliche Zukunft in der Partei sei derzeit kein Thema, betonte Söder.

Nach einem Pressebericht strebt Seehofer indes eine Mitgliederbefragung im Rennen mit seinen Konkurrenten Huber an. Seehofer habe über die Mitgliederbefragung in einem internen Zirkel gesprochen, schreibt die "Leipziger Volkszeitung". Dies sei die "demokratischste Form", einen Neubeginn zu starten und der CSU "ein frisches, junges, dynamisches Gesicht" zu vermitteln, habe Seehofer betont. Der CSU-Vize sei davon überzeugt, bei einem Basisvotum die Nase vorn zu haben.

Seehofer sagte, er halte eine Verjüngung seiner Partei für notwendig. "Das ist mein Lebensziel: den politischen Erfolg an die nächste Generation weitergeben", sagte er in einem Gespräch mit der dpa. Das Personal der CSU muss sich nach Ansicht von Seehofer veränderten politischen Anforderungen anpassen. "Darum geht es: unter den Bedingungen der heutigen Zeit diesen Erfolg zu gewährleisten", sagte der CSU-Vize. "Die heutige Zeit stellt andere Bedingungen als in den achtziger und neunziger Jahren."

Die Landrätin und CSU-Vorstandsmitglied Pauli kündigte unterdessen ihr Interesse für einen CSU-Vizeposten an. "Ich denke ernsthaft darüber nach, ob ich für einen der vier Stellvertreterposten kandidiere", sagte sie. Schließlich habe sie ja angekündigt, sich weiterhin mit aller Kraft in die Partei einbringen zu wollen.

itz/ddp/dpa

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