Merkel und Schavan geben Statement ab - DER SPIEGEL
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Möglicher Rücktritt Merkel und Schavan kündigen Statement an

Tritt sie zurück oder nicht? Um 14 Uhr gibt Bildungsministerin Annette Schavan zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel ein Statement ab. Die CDU-Politikerin war wegen der Aberkennung ihres Doktortitels unter Druck geraten.
Vertraute Merkel, Schavan: Statement um 14 Uhr
Vertraute Merkel, Schavan: Statement um 14 Uhr

Vertraute Merkel, Schavan: Statement um 14 Uhr

Foto: Rainer Jensen/ dpa
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Berlin - Zum politischen Schicksal von Bildungsministerin Annette Schavan ist offenbar eine Entscheidung gefallen. Die Bundesregierung kündigte an, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und Schavan um 14 Uhr gemeinsam vor die Presse treten. Merkel hatte sich nach der Aberkennung von Schavans Doktortitel durch die Universität Düsseldorf nicht klar zur politischen Zukunft der Ministerin geäußert, mit der sie ein besonders enges Vertrauensverhältnis verbindet. Nach Abschluss des EU-Gipfels in Brüssel hatte sie am Freitag lediglich ein Gespräch mit Schavan angekündigt.

Die Ministerin, die alle Plagiatsvorwürfe bestreitet und Klage gegen den Universitätsbeschluss angekündigt hat, war am Freitagabend von einer Dienstreise aus Südafrika zurückgekehrt. Nach ihrer Ankunft in Berlin hatte sie sich im Fonds ihres Dienstwagens eine Jacke über den Kopf gehalten, um sich vor dem Blitzlichtgewitter der Fotografen zu schützen.

Am Ende dürfte es gar nicht darum gehen, ob Schavan wirklich schuldig ist. So findet sich kein Christdemokrat, der glaubt, dass sie bei ihrer Doktorarbeit vor 33 Jahren wirklich dreist geschummelt hat. Unverhältnismäßig sei das Urteil der Universität Düsseldorf, heißt es stets. Selbst der Opposition fällt es schwer, Schavan frontal anzugreifen. SPD-Chef Sigmar Gabriel sagte, ihm tue die Situation für Schavan leid, die eine "ausgesprochen kluge und anständige Kollegin" sei.

Aber eine Ministerin, der in einem formalen Verfahren der Titel entzogen wurde, kann schwerlich glaubwürdig für die Qualität der Wissenschaft eintreten. In zwei am Freitag veröffentlichten Umfragen sprach sich jeweils eine große Mehrheit der Deutschen für einen Rücktritt Schavans aus. Bliebe sie im Amt, um parallel in einem monatelangen Gerichtsverfahren um ihren Ruf zu kämpfen, wäre die Ministerin wohl eine zu große Belastung für die Bundesregierung.

cte/Reuters/dpa