Mikrofonfund: "Abhöraffäre" um Neskovic entpuppt sich als Scherz - DER SPIEGEL
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Mikrofonfund "Abhöraffäre" um Neskovic entpuppt sich als Scherz

Das Rätsel um den mysteriösen Mikrofonfund im Büro des Linkspartei-Abgeordneten Neskovic scheint gelöst: Was zunächst wie der Beginn einer mittleren Staatsaffäre anmutete, war einem Zeitungsbericht zufolge ein Karnevalsjux. Die Scherzbolde: zwei SPD-Mitarbeiter.
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Frankfurt am Main - Die vermeintliche Abhöraffäre um den Bundestagsabgeordneten der Links-Fraktion, Wolfgang Neskovic, hat sich nach Zeitungsinformationen als Scherz zweier ehemaliger SPD-Mitarbeiter entpuppt. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, offenbarten sich die beiden in einem Gespräch mit Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse. Der SPD-Politiker sagte dem Blatt, es habe sich offenbar um einen Karnevalsscherz gehandelt.

Die Büroetage Unter den Linden 50, wo heute die Links-Fraktion residiert, war der Zeitung zufolge bis zur Bundestagswahl 2005 an die SPD-Fraktion vermietet. "Irgendeine abstruse Agentenstory in den Medien" habe zwei Mitarbeiter 2004 auf die Idee gebracht, an ihrem eigenen Arbeitsplatz eine kleine Abhörparodie zu inszenieren, sagte Thierse. Sie hätten zwei kaputte Computermikrofone mitgebracht und über die Deckenlampen eines Büros gelegt. Dass dort später ausgerechnet der linke Geheimdienstkontrolleur Neskovic einzog, sei ein Zufall.

Nach der Bundestagswahl seien die Büros geräumt worden, die Mikrofone auf der Lampe hätten die Mitarbeiter vergessen, sagte Thierse. Den beiden sei selbst etwas mulmig geworden, als die Sache bekannt und über die Beteiligung fremder Geheimdienste spekuliert wurde. Dabei sei die Beinaheaffäre eher dem regionalen Naturell der beiden Übeltäter geschuldet. "Das waren halt Rheinländer", sagte Thierse.

phw/ddp