Mindestlohn: Union will SPD Friedensangebot machen - DER SPIEGEL
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Mindestlohn Union will SPD Friedensangebot machen

Bewegung beim Mindestlohn: Im Koalitionsstreit darüber plant die Union ein "letztes Kompromisspaket". Demnach soll die Zahl der Branchen mit Mindestlohn deutlich steigen. Auch sollen Lohnvereinbarungen auf dem Verordnungsweg für allgemeingültig erklärt werden können.
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Hamburg - Die "Leipziger Volkszeitung" berichtete vorab, im Rahmen des Entsendegesetzes solle entsprechend dem Wunsch von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) die Zahl der Branchen deutlich ausgeweitet werden. Lohnvereinbarungen durch den Tarifausschluss sollten zudem bei einer eventuellen Blockade durch die Arbeitgeber auf dem Verordnungsweg für allgemeingültig erklärt werden. Für diese Verständigung wäre ein Übereinkommen zwischen Arbeits- und Wirtschaftsministerium notwendig.

Dieser Vorschlag solle der SPD-Spitze auf der nächsten Sitzung des Koalitionsausschusses am 18. Juni unterbreitet werden, schrieb die Zeitung. Ein weiteres Entgegenkommen könne Müntefering auch nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwarten. In der SPD hieß es dem Blatt zufolge, das Angebot könne durchaus interessant sein.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) warnte, Mindestlöhne machten eine gigantische Kontrollbürokratie notwendig. Bei einer Ausweitung des Arbeitnehmerentsendegesetzes auf die von Müntefering genannten zehn weiteren Branchen würden die Kosten für die Kontrolle auf bis zu drei Milliarden Euro steigen.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sprach sich erneut gegen die Einführung von Mindestlöhnen aus. Diese gefährdeten Arbeitsplätze.

Der Chef des Ifo-Institutes in Dresden, Marcel Thum, warnte vor erheblichen Arbeitsplatzverlusten in Ostdeutschland durch die Einführung von Mindestlöhnen. Den Osten würde diese Entwicklung deutlich härter treffen, als die alten Länder, sagte Thum der Zeitung "Thüringer Allgemeine" laut Vorabbericht.

Westdeutsche Unternehmen könnten sogar Wettbewerbsvorteile aus der Einführung eines Mindestlohnes ziehen. "Es fällt doch auf, dass ostdeutsche Unternehmer einen Mindestlohn klar ablehnen, während viele Westdeutsche ihn gar nicht so schlecht finden". Sein Institut rechne bei einem Mindeststundenlohn von 7,50 Euro mit einem Wegfall von mindestens 620.000 Stellen bundesweit, etwa jede fünfte davon im Osten.

asc/ddp/AFP