Ministerpräsidenten Vogel fühlt sich wie Chirac
Erfurt - Der CDU-Politiker Vogel schließe eine Kandidatur im kommenden Jahr nicht aus, berichtet die "Bild"-Zeitung. Er denke nicht daran, sich politisch zur Ruhe zu setzen, wird der 70-Jährige zitiert. "Jacques Chirac ist mein Jahrgang und hat sich auch nicht zur Ruhe gesetzt", verglich sich Vogel mit dem französischen Staatschef. Allerdings verbiete sich "aus Respekt vor dem Amt und dessen Inhaber eine Diskussion über die Rau-Nachfolge". Er werde sich nicht aktiv bewerben, denn er habe nicht "ein Amt aufgegeben, um ein anderes anzustreben". Vogel hatte am Wochenende überraschend seinen Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten angekündigt.
Sein designierter Nachfolger Dieter Althaus will angeblich mehrere Minister auswechseln. Ein "neues Team" solle bereits einen Tag nach Vogels Rücktritt am Freitag kommender Woche vereidigt werden, kündigte Althaus in der "Thüringer Allgemeinen" an. Auch im MDR sagte er, "kleine Kabinettsveränderungen wird es schon geben". Namen wollte er allerdings noch nicht nennen. Im Bundesrat wolle er die Zusammenarbeit unter den ostdeutschen Ländern intensivieren, sagte Althaus im ZDF. Bei der Agenda 2010 werde Thüringen nicht blockieren. Unterstützungswürdigen Gesetzesvorhaben der Regierung werde sein Land die Zustimmung nicht verweigern.
Althaus versicherte, dass es gegenüber der Regierungszeit Vogels keinen Politikwechsel in Thüringen geben werde. Thüringen müsse seine "Chancen als technologisch orientiertes Land" weiter nutzen und noch weitere Impulse, vor allem im Industriebereich, setzen, um die Wirtschaftskraft zu erhöhen. In Thüringen regiert die CDU mit absoluter Mehrheit.