Möllemanns Abrechnung "Westerwelle hat gejubelt wie ein Schneekönig"
Hamburg - Möllemann sagte der "Süddeutschen Zeitung", er sei von Westerwelle enttäuscht. Dessen Absicht, ihn aus der Partei ausschließen zu lassen, bezeichnete Möllemann als "anmaßend". "Ich habe maßgeblich dafür gesorgt, dass er Parteichef wurde", sagte Möllemann. Ihn wundere, wie wenig Guido Westerwelle, wenn er unter Druck komme, noch einen eigenen Standpunkt erkennen lasse.
Am Dienstag soll Möllemann von der FDP-Bundestagsfraktion gehört werden. Doch der frühere Landeschef der Liberalen in Nordrhein-Westfalen will erst am Montag nach ärztlichem Rat entscheiden, ob er vor dem Gremium erscheinen kann. Die Fraktion will anschließend über seinen Ausschluss aus dem Kreis der FDP-Bundestagsabgeordneten entscheiden. Die Abstimmung wird geheim sein.
Möllemann hat vorsorglich schon einmal einen am Freitag veröffentlichten handschriftlichen Text an Fraktionschef Wolfgang Gerhardt geschickt. Darin verweist er auf die Gefahr eines Rückschlags bei seiner "Kombi-Erkrankung von Herz, Speiseröhre und Haut". Der sei in seiner Situation sehr gefährlich.
Die FDP-Gremien hatten nach der Affäre um das mit der Partei nicht abgesprochene Israel kritische Flugblatt im Bundestagswahlkampf und Ungereimtheiten bei dessen Finanzierung einen Parteiausschluss beantragt und zudem beschlossen, Möllemann aus allen Ämtern auszuschließen. Die Dauer des Parteiausschlussverfahrens ist bisher nicht absehbar.