Müntefering: Wofür steht Angela Merkel eigentlich? - DER SPIEGEL
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Müntefering Wofür steht Angela Merkel eigentlich?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat die designierte CDU-Chefin Angela Merkel aufgefordert, ihre politische Linie deutlich zu machen. Müntefering sagte am Montag nach einer SPD-Präsidiumssitzung in Berlin, Merkel müsse klären, wo und wofür sie stehe. "Wenn sie in die Mitte will, da sind wir schon", sagte er und kündigte eine "faire, ordentliche Auseinandersetzung" an. Merkels Problem sei, dass sie keine Bühne für die eigene Profilierung habe, da sie dem Lager des neuen Unions-Fraktionschefs Friedrich Merz (CDU) angehöre.

In den kommenden Wochen werde sich zudem zeigen, welche CDU-Spitzenpolitiker Merkel unterstützten. Angesichts des großen Zuspruchs, den die Generalsekretärin an der CDU-Basis erfahre, habe sie "die Möglichkeit einer guten Perspektive". Entscheidend für die CDU werde die Frage des Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl im Jahr 2002 sein. Im Präsidium habe man Merkels Kandidatur nur kurz besprochen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte vor der Präsidiumssitzung erklärt, er betrachte eine Kandidatur Merkels für den CDU-Vorsitz mit großer Gelassenheit. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte, auf Merkel kämen große Schwierigkeiten zu. Die Parteispendenaffäre der CDU sei noch nicht aufgeklärt. Die Probleme seien offenbar viel größer als bisher angenommen.

Die CDU wählt ihren neuen Vorsitzenden auf dem Parteitag im April in Essen. Der derzeitige Amtsinhaber Wolfgang Schäuble hatte wegen der heftigen Vorwürfe gegen seine Person in der Spendenaffäre auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Auf die Frage, wann bei der SPD eine Frau den Chefposten übernehmen werde, sagte Müntefering, diese Entscheidung stehe nicht an. "Im Moment ist da nichts zu vergeben." Amtierender SPD-Chef ist seit 1999 Bundeskanzler Gerhard Schröder.