Nach Autounfall Scherf arbeitet wieder
Bremen - Zwei Tage nach seinem Verkehrsunfall hat Bremens Regierungschef Henning Scherf (SPD) am Montag die Amtsgeschäfte wieder aufgenommen. Scherfs Sorge galt vor allem seiner Frau Luise. Er wolle sich vermehrt um seine Frau kümmern, sagte Senatssprecher Klaus Schloesser. "Man merkt ihm an, dass er psychisch leidet." Deshalb sei Scherf nach kurzer Besprechung im Rathaus am Vormittag zu ihr gefahren. Er habe sich auch selbst hinter das Steuer gesetzt und dies mit den Worten begründet: "Ich muss das Trauma bekämpfen."
Scherf war am Samstagabend mit seiner Frau auf dem Weg zu einer Veranstaltung in Bremerhaven. Die von ihm gesteuerte schwere Limousine geriet auf der Autobahn 27 bei Schwanewede auf eisglatter Straße ins Schleudern, krachte gegen die Leitplanke und blieb letztlich halb in einer Böschung hängen. Am Wagen entstand nach Polizeiangaben ein Schaden von rund 50.000 Mark. Scherf selbst kam mit Prellungen davon. Die Unfallstelle ist bei Polizei und Abschleppdiensten als gefährlich bekannt.
Zu schaffen macht Scherf nach Angaben seines Sprechers insbesondere die Tatsache, dass er seine Frau überredet hatte, mit ihm in die Seestadt zu fahren. Die 61-Jährige wäre lieber mit ihrem Mann zu Hause geblieben. Froh sei Scherf allerdings, dass er auf Bitten seiner Frau besonders langsam gefahren sei. Beide waren vorschriftsmäßig angeschnallt.