Neues Ziel: Kanzlerin Merkel? - DER SPIEGEL
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Neues Ziel Kanzlerin Merkel?

Angela Merkel verdankt ihr Amt der Parteibasis - jetzt will die neue Vorsitzende dem Fußvolk in der CDU mehr Gewicht geben. Offenheit und eine andere Diskussionskultur seien nötig, um "neue Antworten auf neue Fragen" zu finden. Eine Kanzlerkandidatur 2002 schloss Merkel nicht aus.
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Berlin - In der CDU müsse mehr von unten nach oben debattiert werden, sagtedie designierte Parteivorsitzende am Montagabend im "heute journal". Dann müsseallerdings das Meinungsbild zusammengefasst und gemeinsam nach außenvertreten werden. Sie gehe davon aus, "dass wir eine gute Truppewerden in der Führung der CDU".Der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sagte sie, es gebe viele Fragen, "bei denen man die Diskussion ruhig einmal ein bisschen laufen lassen kann, bevor man sich einschaltet. Und es gibt Führungsfragen, bei denen man selbst möglichst früh die Richtung vorgibt. Weder das eine noch das andere darf manübertreiben; die Kunst liegt darin, die richtige Unterscheidung zu treffen."Wichtig sei vor allem, "dass wir fair und ehrlich miteinander umgehen, dass wir die Argumente austauschen, dass wir Mehrheitsabstimmungen haben und dann uns auch nach dieser Mehrheit richten", sagte Merkel in den "Tagesthemen". Die Partei habe Anspruch darauf hat, dass ihre Kandidatur mit Lust und Spaß an der neuen Aufgabe verbunden sei. "Ansonsten wäre ich ... von vornherein schon eine Fehlbesetzung", sagte die neue Integrationsfigur.

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Bei ihrem ersten Auftritt nach der Nominierung durch die Parteispitze hatte sie zuvor die CDU-Basis zu mehr Offenheit in Zukunftsfragen aufgefordert. In der Wissensgesellschaft müsse diePartei "neue Antworten auf neue Fragen finden", sagte Merkel beieiner Veranstaltung der Berliner CDU-Kreisverbände Charlottenburg undWilmersdorf. Aufgabe der künftigen CDU-Führung sei es, alleThemenfelder einer Volkspartei abzudecken.Mit Blick auf Mahnungen der CSU unter Parteichef Edmund Stoiber,die CDU müsse die gesamte politische Bandbreite verkörpern, sagteMerkel im ZDF, CDU und CSU seien zwei Parteien, die "inschwesterlicher Weise gemeinschaftlich agieren". Den "Tagesthemen"sagte sie, sie glaube, "dass, selbst wenn es mal Nuancen in derBewertung von bestimmten Problemen gibt, CDU und CSU nur gemeinsamstark sind". Nur so könne die Union im Jahr 2002 wiederRegierungsverantwortung übernehmen.Über den Kanzlerkandidaten der Union werde erst Anfang 2002gesprochen. Zur Frage, ob die Partei auch reif für eineKanzlerkandidatin wäre, sagte Merkel: "Das Grundgesetz gilt seit 1949- Mann und Frau sind gleichberechtigt - und an dem hat die CDUmitgearbeitet."