News: Diesel-Fahrverbot, Afghanistan, Eishockey - DER SPIEGEL
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Die Lage am Mittwoch Liebe Leserin, lieber Leser,

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

heute ist der Tag, an dem wir Antworten hören wollen, von der Politik, von der Industrie. Denn die Möglichkeit von Fahrverboten muss ja vor allem Ansporn sein, Fahrverbote zu verhindern. Was wir heute hören wollen: Dass die Politik bereit ist, die Autoindustrie unter Druck zu setzen. Dass die Autoindustrie bereit ist, alte Diesel mit Hardware nachzurüsten, auch wenn das eine Menge Geld kostet. Das ist der Preis für den Betrug. Was wir auch hören wollen: Dass Konzepte für Alternativen entwickelt werden, ein besseres Bus- und Bahnangebot zum Beispiel. Was wir uns selbst vornehmen könnten: umdenken, Alternativen annehmen.

Wir Deutschen haben über Jahrzehnte die größte Autoparty der Welt gefeiert, mit Autobahnen ohne Tempolimit, mit den dicksten, schnellsten Flotten und billigem Diesel. Es war schön, aber die Zeiten, die sind jetzt anders.

Kakao und Starkbier

Foto: Tobias Hase/ dpa

Der wahrscheinlich wichtigste politische Termin des Jahres in Bayern ist der Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München. Da gehen sie heute Abend alle hin, Seehofer, Söder, Dobrindt, Aigner, Kohnen und lassen sich beim sogenannten Derblecken durch den Kakao ziehen. Im vergangenen Jahr wurde hier Donald Trump als "hoibschariger Gschamstara" geschmäht, wovon er sich, wie wir wissen, bis heute nicht erholt hat. Ich kann Ihnen allerdings nicht sagen, wie man hoibschariger Gschamstara ins Englische übersetzt.

Pistolen und Brötchen

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Dass alles immer schlimmer geworden ist, gehört zu den Konstanten, die in allen Zeiten gelten. Die alten Jahre sind stets die edlen, die neuen die fiesen. Wie Politiker heute miteinander umgehen? Ganz schlimm, schlimm wie nie, jedenfalls in Demokratien. Schulz gegen Gabriel, Söder gegen Seehofer - brutale Machtkämpfe.

Ich mache derzeit, das habe ich hier schon mehrmals bekannt, eine Ron-Chernow-Phase durch. Ich lese alle seine Biografien amerikanischer Politiker, zuletzt die von Alexander Hamilton, dem ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten. Da geht es um die Gründungsjahre der ersten neuzeitlichen Demokratie.

Edle Zeiten? Man könnte eher sagen, dass es seitdem immer besser geworden ist. Wie sich Hamilton mit seinen Widersachern um Thomas Jefferson und James Madison bekämpft hat, war eher Krieg als Politik. Übelste Beschimpfungen, Intrigen, Verleumdungen, von Sex bis Korruption. Am 11. Juli 1804 wurde Hamilton in einem Duell vom amerikanischen Vizepräsidenten Aaron Burr erschossen.

Und im Hier und Jetzt: Der Mann mit den Haaren im Gesicht (Gabriel über Schulz), Emotionsbrötchen (Schulz über Gabriel). Wie süß. Wie lieb. So schlecht sind diese Zeiten nicht.

Frieden und Taliban

Foto: MOHAMMAD SHOIB/ REUTERS

Hier ist Teil zwei meiner kleinen Rubrik "Große Sätze aus dem dpa-Tageskalender": Heute beginnt in Afghanistan die zweite Friedenskonferenz des Kabul-Prozesses. 25 Länder, darunter Deutschland, beraten, wie man sich mit den Taliban einigen und den Terrorismus bekämpfen könnte. Dpa schreibt dazu lapidar: "Das erste Treffen im Jahr 2017 war ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen." Hat man gemerkt, könnte man hinzufügen. Knapp 2300 Zivilisten sind im vergangenen Jahr bei Terroranschlägen in Afghanistan ums Leben gekommen, ein Höchstwert. Wie lebt man in einem solchen Land?

Gewinner des Tages

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Heute nimmt die Deutsche Eishockey-Liga ihren Spielbetrieb wieder auf, und ich gebe zu, dass ich das früher nicht erwähnt hätte. Aber nach dem magischen Olympiaturnier kann der Gewinner des Tages nur das deutsche Eishockey sein. Meine Güte, das waren herrliche Spiele, so unerwartet, so spannend und am Ende so entsetzlich. Nur 55 Sekunden. Aber egal. Es war großartig, danke.

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Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Mittwoch,

Ihr Dirk Kurbjuweit