Die Lage am Morgen Weltenlenker in der Meckerrunde
Friedrich Merz muss zur Unionsfraktion – dabei gäbe es viel angenehmere Termine
In Deutschland wächst die Wirtschaft – und Cottbus wird zum heißen Pflaster
Charles Spencer schreibt über seine Schwester Diana – und Charles III. lässt dementieren
Wie schön wär’s bei der Wurstprüfungskommission
Der Kanzlersturz scheint fürs Erste abgewendet. Friedrich Merz macht jedenfalls bisher keinerlei Anstalten, sein Amt räumen zu wollen, und es hat sich auch noch keiner seiner möglichen Nachfolger aus der Deckung gewagt. Heute hat Merz allerdings noch einen mutmaßlich eher unangenehmen und möglicherweise gefährlichen Termin zu absolvieren: Der Bundeskanzler und Parteivorsitzende wird in der Bundestagsfraktion von CDU und CSU erwartet. Da wird er sich dem Frust stellen müssen, den die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen mitbekommen haben (mehr dazu hier ). Früher spielte die Basis keine besonders große Rolle im Kanzlerwahlverein Union, das hat sich aber längst geändert. Erst zuletzt hat der Sturm ihrer Empörung Jens Spahn hinweggefegt.
Heute ohne Merz: Generalversammlung der Vereinten Nationen (2025)
Foto: Liao Pan / VCG / IMAGOMerz muss den Kopf hinhalten, und deshalb muss er heute auf einen Termin verzichten, der ihm sicherlich viel besser geschmeckt hätte als die Meckerrunde mit der Fraktion (mehr dazu hier). Gemeint ist hier nicht die Sitzung der Oktoberfest-Wurstprüfungskommission in München, die findet zwar heute ebenfalls statt (um elf Uhr im Armbrustschützenzelt), aber da war der Bundeskanzler gar nicht vorgesehen. Gemeint ist die Generaldebatte der Vereinten Nationen in New York City. Es sprechen unter anderem der US-Präsident Donald Trump, der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Andy Burnham und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan.
Am Rande der Generaldebatte hätte Merz gewiss mit seinem guten Englisch auf internationalem Parkett glänzen können. Das bleibt nun dem Außenminister überlassen: Johann Wadephul leitet die deutsche Delegation.
Mehr Hintergründe hier: Eine Volkspartei lebt ihren Albtraum .
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Ohne Gefühl und Gerechtigkeit geht gar nichts: Die vergangenen Landtagswahlen zeigen: Union, SPD und Grüne haben den Erfolgsstrategien der politischen Ränder wenig entgegenzusetzen. Was tun?
Aufschwung? Dynamik?? Hier???
Manchmal mag man gute Nachrichten kaum glauben. Wir haben uns schon so an die Geschichten vom Niedergang der deutschen Wirtschaft gewöhnt, dass es einem wie ein grausamer Scherz vorkommt, was das Münchner Ifo-Institut jüngst prognostiziert hat: Um 1,4 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2026 wachsen. Und das Kieler DIW analysiert: »Die deutsche Wirtschaft hat wieder Tritt gefasst« (mehr dazu hier ). Da reibt man sich doch die Augen.
Cottbus, zweitgrößte Stadt Brandenburgs – und dynamischste im ganzen Land
Foto: taranchic / iStockphoto / Getty ImagesÄhnlich geht es den Menschen in Cottbus. Die Stadt in Brandenburg ist jüngst vom Wirtschaftsforschungsinstitut IW zur dynamischsten Stadt Deutschlands gekürt worden. Mein Kollege Alexander Preker ist hingefahren und beobachtet eine Kommune mitten im Strukturwandel: In der Lausitz rückt das Ende der Braunkohleförderung näher, es braucht dringend neue Arbeitsplätze. Und die kommen: Hier steht jetzt schon das modernste Wartungswerk der Bahn, und bis 2038 will der Bund fünf Milliarden Euro in die Medizinische Universität, einen Science Park und ein Naherholungsgebiet investieren.
Das gute Abschneiden im IW-Ranking sorgt zwar bei manchen für Verwunderung, sei aber »insgesamt wohlwollend aufgenommen worden«, hat Alexander von einer der Forscherinnen erfahren. Und er resümiert: »Vielleicht ist es das, wonach sich so viele Menschen politisch sehnen: gesehen werden, auch im Osten.«
Die ganze Geschichte hier: Das Wunder von Cottbus
Earl gegen König
Ich weiß noch gut, wo ich vom Tod von Diana erfahren habe, ich war gerade auf Besuch bei meiner damaligen Freundin in einem Studentenwohnheim in München, und wir sind damals ganz schön erschrocken über den Unfalltod der Princess of Wales. Wenn Sie sich jetzt nicht auch sofort daran erinnern, in welcher Situation und in welchem Gemütszustand Sie die Todesnachricht vom 31. August 1997 erhalten haben, wenn Sie das möglicherweise sogar für vollkommen belanglos halten, weil Sie damals vielleicht noch gar nicht geboren waren oder Ihnen die Royals schon immer egal gewesen sind – dann ist das, was jetzt kommt, bestimmt nichts für Sie.
Charles Spencer, Bruder von Diana: Auch mal in die Drogerie
Foto: Lisa Lake / Getty ImagesAb hier also nur noch für eingefleischte Aficionados des britischen Königshauses: Heute erscheint weltweit gleichzeitig und in zwölf Sprachen übersetzt das Buch »Swan Song. Diana, meine Schwester« von Charles Spencer, dem achten Earl Spencer und Bruder der Prinzessin der Herzen (mehr dazu hier ). Mein Kollege Sebastian Hammelehle hat das Werk schon gelesen und kennt die schockierendsten Zitate, etwa Folgendes angeblich aus dem Mund von Charles III., heute König, damals Prinz und nach dem Tod der Ex-Gattin offenbar nur wenig taktvoll: »Sie wird bald in Vergessenheit geraten sein, darauf kannst du dich verlassen«, soll er ihren Bruder, den Earl, kurz vor der Trauerfeier angeherrscht haben.
Wenn das stimmt, dann hat sich Charles damals sehr geirrt. Der Palast hat allerdings bereits pauschal alles dementiert, was Spencer berichtet, also sind Zweifel an seiner Darstellung durchaus berechtigt. Unbestritten ist aber bisher Spencers Beschreibung der Freizeitgestaltung von ihm und Diana als Teenager: Da hätten sie gern mal in Zeitungsläden herumgehangen. Oder auch mal in einer Drogerie. »Der Alltag in seiner ganzen Banalität«, schreibt Sebastian, »macht eben auch vor der Upperclass nicht Halt.«
Die ganze Geschichte hier: Was steht wirklich im Enthüllungsbuch von Dianas Bruder?
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Verlierer des Tages …
Linkenabgeordneter Ferat Koçak: »Kommunikationsverhalten aufarbeiten«
Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa… ist der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak, der sich auf einer Wahlparty in Neukölln mit einem Hamas-nahen Terrorunterstützer hat fotografieren lassen. Und dann tauchte auch noch ein Chat auf, der eine persönliche Beziehung Koçaks mit dem Sohn des Chefs des berüchtigten Remmo-Clans nahelegt. Jetzt will er sein »Kommunikationsverhalten aufarbeiten«. Mit seinen mauen Ausflüchten trübt Koçak im Alleingang den historischen Wahlsieg von Elif Eralp ein – das muss man erst einmal hinbekommen.
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Sigmar Gabriel warnt Berliner SPD vor Bündnis mit Linken: Nach den jüngsten Wahlen diagnostiziert Sigmar Gabriel eine »veritable Krise der Demokratie«. Zudem hält der Ex-SPD-Chef wenig von einer Annäherung an die Linke in Berlin, und zwar gleich aus mehreren Gründen.
So will die Uno den nächsten Trump-Eklat auf der Rolltreppe verhindern: 2025 strandete Donald Trump mit Melania bei der Uno auf der Rolltreppe – und ist darüber offenbar immer noch nicht hinweg. Vor seinem Auftritt in diesem Jahr nimmt man es daher bei den Vereinten Nationen technisch ganz genau.
Mitarbeiter stirbt bei Unfall mit Free-Fall-Turm auf Oktoberfest: Offenbar hielt sich der Mann in einem gefährlichen Bereich auf: Auf der Wiesn ist ein Mitarbeiter eines Fahrgeschäfts eingequetscht und getötet worden. Ein Kriseninterventionsteam betreut Augenzeugen.
Heute bei SPIEGEL Extra: Diese Übungen machen Männer zu Yoga-Fans
Jenny Bewer / DER SPIEGEL
Die einen denken, sie wären zu unbeweglich. Die anderen fürchten Unterforderung. Dabei liegt das Problem für Männer beim Yoga woanders: Wie der Einstieg in eine Bewegungsform gelingt, bei der sogar die Muskeln wachsen .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion