NRW: Die Koalition steht - DER SPIEGEL
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NRW Die Koalition steht

Fast hatte schon niemand mehr damit gerechnet. Doch jetzt haben sich SPD und Grüne auf eine Fortsetzung ihrer bisher stets von Krisen erschütterten Koalition in Nordrhein-Westfalen geeinigt. Die Grünen mussten dabei offenbar Federn lassen: Dem Umweltministerium soll die Zuständigkeit für die Raumplanung entzogen werden.
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Düsseldorf - Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) sagte am Mittwochmorgen nach mehr als zwölfstündigen Verhandlungen in Düsseldorf: "Der Durchbruch ist da, wir haben uns verständigt." In allen strittigen Fragen wie der Verkehrspolitik und der Kabinettsstruktur sei Einigkeit erzielt worden. Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) sprach nach dem neuen Spitzentreffen von einer guten Grundlage für die Koalition. Der Grünen-Politiker Michael Vesper bestätigte im Norddeutschen Rundfunk, dass Höhn Umweltministerin bleibe und er selbst Bauminister.

Das Umweltministerium verliert nach der Einigung jedoch die Zuständigkeit für die Raumordnung. Ministerpräsident Wolfgang Clement werde sich künftig selbst um diese Aufgaben kümmern, sagte der SPD-Landesvorsitzende Franz Müntefering am Mittwochmorgen im Westdeutschen Rundfunk. Die Landesplanung werde gestrafft in der Staatskanzlei geführt. Mit ihrer Zuständigkeit in diesem Bereich hatte Höhn in den vergangenen fünf Jahren großen Einfluss auf Projekte wie den umstrittenen Braunkohletagebau Garzweiler II, der die rot-grüne Koalition an den Rand des Scheiterns geführt hatte.

Clement sagte nach der elften Verhandlungsrunde vor Journalisten, SPD und Grüne wollten wie geplant ihren Koalitionsvertrag am Dienstag nach Pfingsten paraphieren. Einzelheiten zur künftigen Regierungsstruktur sollten bereits auf einer Pressekonferenz am Mittwoch vorgestellt werden. Alle bislang offenen Fragen wie der Autobahnausbau und der Flugverkehr seien geklärt worden, sagte er, ohne Details zu nennen. Lediglich in einigen "Fragen ohne grundsätzliche Bedeutung" würden noch weitere Gespräche geführt. SPD und Grüne hatten ursprünglich eine Einigung bis Dienstagabend erzielen wollen. Clement sagte, die Gespräche seien mehrfach unterbrochen worden. In Verhandlungskreisen hieß es, die Frage des Ressortzuschnittes habe immer wieder für einen Stillstand bei den Gesprächen gesorgt.

Höhn zeigte sich optimistisch, dass die grüne Parteibasis der Vereinbarung zustimmen werde. "Wir werden versuchen, auf Regionalkonferenzen für die Vereinbarung zu werben", sagte sie. Beide Seiten hatten vergangene Woche angekündigt, bis Dienstag alle Sachfragen abhandeln zu wollen und sich bis zum 13. Juni auf eine Koalitionsvereinbarung zu einigen. Auf den Parteitagen von SPD (18. Juni) und Grünen (16. bis 18. Juni) soll diese dann von der Basis gebilligt werden. Am 21. Juni soll Clement nach dem Willen der Verhandlungspartner im Düsseldorfer Landtag in seinem Amt bestätigt werden.