NRW-Wahl Merkel warnt Union vor Euphorie
Köln - In NRW stehe ein "sehr harter Wahlkampf" bevor, sagte Merkel der "Kölnischen Rundschau". Die CDU-Chefin erinnerte an den Ausgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein, bei der die Meinungsforschungsinstitute SPD und Grünen noch wenige Tage vor der Wahl eine eigene Mehrheit in Aussicht gestellt hatten. Die Wahl habe gezeigt, "wie schnell sich Stimmungen ändern können". Mut für die NRW-Wahl am 22. Mai sei deshalb "okay", aber Übermut sei nicht vorhanden.
Insbesondere warnte Merkel vor übertriebenen Spekulationen, welche Auswirkungen ein CDU-Sieg in dem bevölkerungsreichsten Bundesland für die Bundespolitik hätte. Die letzte rot-grüne Landesregierung wäre dann zwar verschwunden, dies würde aber "noch überhaupt nichts über den Ausgang der Bundestagswahl aussagen", betonte Merkel. Sie erwarte nicht, dass Rot-Grün nach einer Niederlage in NRW auch im Bund unmittelbar vor dem Machtverlust stünde. Zwar sei ein Wechsel nötig, weil die Regierung nicht in der Lage sei, die Probleme des Landes zu lösen. "Aber dieser Wechsel steht im September 2006 an", unterstrich die CDU-Chefin.