ÖTV-Warnstreiks: Flughafen und Nahverkehr liegen lahm - DER SPIEGEL
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ÖTV-Warnstreiks Flughafen und Nahverkehr liegen lahm

Um ihren Forderungen für die dritte Tarifrunde im öffentlichen Dienst Nachdruck zu verleihen, wollen die Gewerkschaften am Freitag nun auch den Frankfurter Flughafen bestreiken. Außerdem standen am Morgen in vielen Städten die Räder von Bussen und Bahnen still.
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Hamburg - In Halle, Erfurt, Weimar und Osnabrück blieben Busse und Bahnen ebenso in den Depots wie in Nürnberg, Fürth, Erlangen und Dachau, Stuttgart und Esslingen. In Schleswig-Holstein werden Fährlinien bestreikt. Am Vormittag sollen die Proteste auf andere Branchen ausgeweitet werden, kündigte die Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) an.

Auf dem Flughafen in Frankfurt am Main beteiligten nach Gewerkschatsinformationen 2000 der 12.000 Beschäftigten an den Warnstreiks. Bei der Lufthansa musste bereits ein Flug nach Moskau gestrichen werden. Das Unternehmen rechnet nach Angaben einer Sprecherin mit massiven Verspätungen, aber kaum mit weiteren Streichungen von Flügen. Auch bei anderen Airlines könne es zu Verpätungen kommen, teilte die Frankfurter Flughafen AG mit. Laut Lufthansa wird besonders versucht, die Langstreckenflüge mit Priorität abzufertigen. In Europa und Deutschland hätten die Ziele Paris, London, München, Hamburg und Berlin Vorrang.

Die ÖTV und die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) verlangen für die 3,1 Millionen Arbeiter und Angestellten bei Bund, Ländern und Gemeinden fünf Prozent mehr Geld und eine Angleichung des Ostens an das Westniveau. Zehn Jahre nach der deutschen Einheit hätten "die Beschäftigten darauf ein Recht", sagte ÖTV-Chef Herbert Mai der "Allgemeinen Zeitung". Derzeit arbeiten die Beschäftigten im Osten eineinhalb Stunden pro Woche länger als im Westen und erhalten 86,5 Prozent der Westeinkommen.

Mai drohte mit dem Abbruch der Verhandlungen, falls die Arbeitgeber in Stuttgart kein Angebot vorlegen. Im Falle einer weiteren Blockade-Haltung sei eine Verschärfung bei den Streiks nicht zu vermeiden, so Mai. "Die Abschlüsse anderer Branchen der Privatwirtschaft haben Marken gesetzt."

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) erteilte der fünfprozentigen Einkommensforderung eine klare Absage. Bayerns Finanzminister Hans Faltlhauser sagte der "Süddeutschen Zeitung", nicht die Löhne der Staatsbediensteten, sondern deren Zusatzversorgung sollte im Mittelpunkt der Verhandlungen stehen. Der Versorgungskasse drohe bald ein Defizit von acht Milliarden Mark. Leistungskürzungen seien dringend erforderlich.