Offizieller Staatsakt Sachsen von Boykottdrohungen unbeeindruckt
Dresden - "Die Äußerungen von Politikern, die einen Boykott der Veranstaltung am 3. Oktober fordern, sind Einzelstimmen", so Häckel in Dresden. "Ich gehe davon aus, dass sich die Aufregung darüber wieder legen wird. Für eine Veränderung der Liste der Redner sehen wir keine Veranlassung."
Häckel hatte bereits am Wochenende darauf verwiesen, dass die Veranstaltung am 3. Oktober in Dresden ein staatlicher Festakt und keine parteipolitische Veranstaltung sei. Die Rednerliste sei bereits Ende vorigen Jahres beschlossen worden. Dabei habe man sich an der Tradition des Festaktes orientiert. Die Überlegungen, Kohl einzubeziehen, habe es damals nicht gegeben.
Die Feier wird turnusgemäß von dem Bundesland organisiert, dessen Regierungschef Präsident des Bundesrates ist. Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat Kohl lediglich zur Teilnahme an dem Festakt in der Dresdner Semperoper eingeladen, aber nicht als Redner eingeplant. Sprechen werden neben dem DDR-Regierungschef Lothar de Maizière und Biedenkopf auch Bundespräsident Johannes Rau und Frankreichs Präsident Jacques Chirac.