Optimistischer Kanzler "Der Gewinner sind wir"
Berlin - Der Gewinner "ist eindeutig: wir", sagte Schröder dem "Stern" in einem heute veröffentlichten Interview. Schröder sagte, für den Ausgang der Wahl werde ausschlaggebend sein, "ob die begonnenen Reformen weitergehen, aber ohne Aufgabe eines solidarischen Gemeinwesens". Darüber hinaus gehe es darum, "ob wir bündnisfähig, aber selbstbewusst in der internationalen Politik die deutschen Interessen vertreten". Schließlich gehe es um "die Alternative Gerhard Schröder und Joschka Fischer oder Angela Merkel und Guido Westerwelle". Von der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland sei hingegen keine Auswirkung auf die Wahl zu erwarten.
Laut einer neuen Forsa-Umfrage hat die Union nach der Gehaltsaffäre um den zurückgetretenen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer in der Wählergunst verloren. In der aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von "Stern" und RTL kommt die Union auf 38 Prozent, nach 40 Prozent in der Vorwoche. Die SPD legte um einen Punkt auf 34 Prozent zu. Ebenfalls um einen Punkt auf acht Prozent verbesserte sich die FDP. Unverändert blieben die Werte für die Grünen (zehn Prozent) sowie für die PDS (fünf Prozent). Gemeinsam erreichen Union und FDP damit 46 Prozent gegenüber 49 Prozent von SPD, Grünen und PDS.
In der Kanzlerpräferenz gewann Schröder im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt hinzu, während CDU-Chefin Angela Merkel einen Punkt einbüßte. Wenn die Bundesbürger zwischen den beiden zu wählen hätten, würden sich 45 Prozent für Schröder und 30 Prozent für Merkel entscheiden. 25 Prozent würden keinen von beiden wählen. Für die Umfrage wurden 2.007 Bundesbürger befragt.
Schröder ließ offen, wie lange er nach einem etwaigen Wahlsieg 2006 im Amt bleibe. "Ich rede nicht über eine zeitliche Begrenzung", sagte der Kanzler. "Das mindert den unbedingten Willen zum Sieg. Aber man muss sein Zeitmaß im Kopf haben. Das habe ich." Er habe noch keinen Nachfolger im Auge, sagte er auf die Frage, ob der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck das Amt übernehmen solle.