PDS: Claus soll Gysi beerben - DER SPIEGEL
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PDS Claus soll Gysi beerben

In der PDS ist die Nachfolge von Fraktionschef Gregor Gysi offenbar geklärt: Der Parlamentarische Geschäftsführer Roland Claus soll den Posten übernehmen.
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Berlin - Der 45-jährige Claus solle im Herbst gewählt werden. "Alle anderen Überlegungen sind gestorben", hieß es in der Fraktion. Zum Nachfolger von Parteichef Lothar Bisky wird angeblich im Oktober wahrscheinlich eine Frau gewählt - entweder die Berliner PDS-Chefin Petra Pau oder Biskys Stellvertreterin Gabi Zimmer aus Thüringen. So gut wie sicher ist, dass Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch auf eine Kandidatur verzichtet.

Am Mittwoch hatten sich die Fraktions- und Landesvorsitzenden der ostdeutschen PDS-Verbände in Potsdam getroffen, um über die Kandidaten zu beraten. Dabei habe es ein klares Votum für Claus gegeben, verlautete aus der Partei. Die möglichen Bewerber für die Führungspositionen hatten an der Besprechung nicht teilgenommen. Claus gilt als entschiedener Reformer und als enger Vertrauter Gysis. Er gehört dem Bundestag erst seit 1998 an. Claus war 1994 maßgeblich am Entstehen des "Magdeburger Modells" beteiligt, einer von der PDS tolerierten SPD-Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt.

Claus sagte zu der Entwicklung, er habe sich offiziell noch nicht beworben, schließe das aber auch nicht aus. Am Wochenende treffen sich die Parteigremien - unter anderem der Länderrat - noch einmal in Berlin, um über die anstehenden Personalentscheidungen zu beraten. Der Bundesvorstand will am Montag den oder die Kandidaten für den Parteivorsitz offiziell benennen.

Bisky und Gysi hatten auf einem Parteitag in Münster vor einem Monat erklärt, ihre Spitzenpositionen abzugeben. Anschließend entbrannte eine innerparteiliche Debatte über die Neubesetzung der Posten. Bisky nannte Bartsch und Pau als Wunschkandidaten für den Parteivorsitz. Bartsch hatte mehrfach betont, mindestens eine Frau müsse dem Spitzenduo angehören. Da die Wahl von Claus zum neuen Fraktionschef jedoch als "abgemacht" gelte, sei eine Bewerbung Bartschs nicht mehr in Sicht, hieß es.

Claus war von 1983 bis 1987 Chef der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Bezirk Halle, in der Wendezeit SED-Bezirkschef von Halle.