PDS in Not: Oskar, der Rettungsanker - DER SPIEGEL
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PDS in Not Oskar, der Rettungsanker

Die Mitglieder sind zu alt, der Vorsitzende eine Notlösung. Eine Partei- und Programmreform soll zwar Abhilfe schaffen, aber es fehlen prominente Köpfe. Doch Gregor Gysi sieht Licht am Ende des Tunnels: Er macht sich jetzt für einen Eintritt des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine in die PDS stark.
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Berlin - "Vielleicht sollte er es mal in der PDS versuchen", schreibt Gysi in einem Beitrag für die Zeitschrift "Super Illu". In der PDS könne sich der ehemalige SPD-Vorsitzender Lafontaine frei entfalten.

Gleichzeitig würde Lafontaine die politische Bedeutung der Partei erhöhen, so Gysi. Der Parteivorsitzende Lothar Bisky hatte die PDS in einem Interview mit SPIEGEL ONLINE als "Häuflein der Verstaubten" bezeichnet. Dieses müsse sich grundlegend reformieren, um langfristig überleben zu können.

Statt Konflikte zur neoliberalen Ausrichtung in der SPD anzuheizen, könne Lafontaine mit einem Eintritt in die PDS vielmehr die zwischenparteiliche Konkurrenz fördern, schreibt Gysi in der "Super Illu". Da er ohnehin eine Vereinigung von SPD und PDS mittelfristig für sinnvoll halte, dürfte ihm der Gedanke nicht völlig absurd erscheinen.

In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" hatte Lafontaine Anfang September gesagt, er träume von einer vereinigten linken Partei. Bisky hatte Lafontaines Vorschlag jedoch zurückgewiesen: Eine Einheitspartei sei nicht das, was er bevorzuge.

Eine Zusammenarbeit zwischen dem ehemaligen saarländischen Ministerpräsidenten und der PDS scheint für Gysi der Rettungsanker für die PDS zu sein. Denn auch Bisky sieht sich nur als Notlösung im Amt des Parteivorsitzenden. Es komme darauf an, dass man eine Mannschaft habe, die überzeuge. Nur so habe man 2006 eine Chance, wieder als Fraktion in den Bundestag einziehen zu können. Ein Comeback Gysis im Bundestagswahlkampf hatte Bisky nicht ausgeschlossen.

Lafontaine war 1999 aus Unzufriedenheit mit dem Kurs der rot-grünen Bundesregierung sowohl von seinem Amt als Finanzminister, als auch vom SPD-Vorsitz zurückzutreten. In jüngster Zeit hat er wiederholt sein Interesse an einer Rückkehr in die Politik signalisiert. Sogar sein Comeback als saarländischer Ministerpräsident war im Gespräch.