Porträt: Cornelia Pieper - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Porträt Cornelia Pieper

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Ihre Feuertaufe hat die künftige Generalsekretärin der FDP bereits in Sachsen-Anhalt erhalten. Im Frühjahr 1995 hatte die als selbstbewusst und zuversichtlich geltende Cornelia Pieper den Vorsitz einer völlig zerstrittenen Landespartei übernommen. Nach gloriosem Start bei den ersten freien Wahlen 1990 - 19,7 Prozent bei der Bundestags- und 13,5 Prozent bei der Landtagswahl - waren die Liberalen 1994 im parlamentarischen Aus gelandet. 2002 will Pieper ihre Partei wieder in den Magdeburger Landtag zurückführen.

Politisch aktiv wurde die am 4. Mai 1959 in Halle geborene Pieper so richtig erst nach der Wende, wenngleich sie 1985 in die DDR-Blockpartei LDPD eingetreten war. Nach dem Studium der Sprachwissenschaften (Polnisch und Russisch) in Leipzig und Warschau arbeitete sie zunächst als Dolmetscherin. Pieper ist verheiratet und hat einen Sohn. 1990 zog sie in den Landtag ein und wurde Vize-Chefin der FDP-Fraktion, die bis 1994 zusammen mit der CDU Sachsen-Anhalt regierte. In der Bundespartei machte sie schnell Karriere: 1993 Mitglied des Bundesvorstandes, seit 1997 stellvertretende Bundesvorsitzende.

Folgt der Parteitag Anfang Mai in Düsseldorf dem Vorschlag Westerwelles, nimmt mit Pieper nach Irmgard Schwaetzer (1982 bis1984) und Cornelia Schmalz-Jacobsen (1988 bis 1991) die dritte Frau auf dem Sessel des FDP-Generalsekretärs Platz. Vor ihr hatte die FDP nur einmal mit Uwe Lühr (1991 bis 1993) einen Parteimanager aus Ostdeutschland gehabt. "Für mich als Ostdeutsche ist es einen Herzensangelegenheit, dass die FDP wieder eine Partei für das ganze Volk wird", sagte Pieper bei ihrer Vorstellung in Berlin.