Portrait Staatskanzleichef Jung
Wiesbaden - Franz Josef Jung gilt als einer der engsten politischen Freunde von Roland Koch und war lange Jahre Weggefährte des jetzigen hessischen Regierungschefs. Als Chef der Staatskanzlei hatte er vor allem die Aufgabe, die Regierungsarbeit seines Duzfreundes effizient zu koordinieren. Organisationstalent hatte der promovierte Jurist bereits in anderen wichtigen Funktionen bewiesen, als Koch ihn nach dem Wahlsieg von 1999 ins Kabinett holte: Von 1987 bis 1991 war Jung Generalsekretär der hessischen CDU, bis 1999 Parlamentarischer Geschäftsführer der Landtagsfraktion.
Wegen dieser Vergangenheit vor allem geriet Jung ebenso wie Koch ins Kreuzfeuer der Kritik. Dass ausgerechnet der Chef der Landesgeschäftsstelle nichts von den schwarzen Kassen der Union gewusst haben soll, mochte die Opposition aus SPD und Grünen nicht glauben. Schließlich war auch in seiner Amtszeit Schwarzgeld in die CDU-Kassen eingebucht worden. Im Landtags-Untersuchungsausschuss wurde bestätigt, dass 1987 und in den folgenden Jahren hohe Beträge von den berühmten Schweizer Konten zur CDU nach Wiesbaden geflossen sind.
In der Staatskanzlei war er nicht nur stiller Zuarbeiter. Als Minister war er auch für die Europa- und die Medienpolitik zuständig. Die Parteikarriere des Katholiken Jung begann 1969 mit dem Eintritt in die Junge Union, von 1973 bis 1983 war Jung Vorstandsmitglied und von 1981 bis 1983 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU-Nachwuchsorganisation. 1983 wurde er in den hessischen Landtag gewählt. 1998 wurde er stellvertretender Landesvorsitzender der CDU in Hessen und Mitglied im Bundesvorstand der Partei.
Jung ist 51 Jahre alt und Vater von drei Kindern. Er stammt aus einer Winzerfamilie im Rheingau.