PR-Affäre: Schröder lässt Gerster (noch) nicht fallen - DER SPIEGEL
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PR-Affäre Schröder lässt Gerster (noch) nicht fallen

Der Bundeskanzler ist dem Vernehmen nach zwar sauer, steht in der Affäre um den millionenschweren Beratervertrag aber vorerst weiter hinter Florian Gerster. Rückendeckung erhielt der Chef der Bundesanstalt für Arbeit erneut von Wirtschaftsminister Wolfgang Clement.
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Berlin - Anders als in einigen Medien berichtet, soll Gerster nicht abgelöst werden, hieß es am Mittwoch in Regierungskreisen. Bundeskanzler Gerhard Schröder halte die Vorgänge um Gerster zwar für "nicht hilfreich", teile aber die Haltung von Wirtschaftsminister Clement. Dieser hat eine Ablösung Gersters mehrfach kategorisch abgelehnt.

Zuvor hatte die "Berliner Zeitung" berichtet, Schröder sei ernsthaft verstimmt über Gerster. "Schröder ist sauer", heiße es in Regierungskreisen, der Kanzler sei verärgert über den Wirbel um einen Beratervertrag der Bundesanstalt mit der Berliner Firma WMP EuroCom. Mit Blick auf Gerster und seinen Posten wurden die Kreise mit der Aussage zitiert: "Der steht an der Kante."

Clement stellte sich heute auch im Bundestag demonstrativ vor den Chef der Arbeitsverwaltung. Er sei Gerster "dankbar" für dessen Arbeit "auf der schwierigsten Baustelle, die es in Deutschland gibt", sagte Clement in der Haushaltsdebatte. Es habe "mit sachlicher Kritik nichts mehr zu tun", Gerster dafür zu verurteilen, dass er durch bessere Information "den Makel von Jahrzehnten" von seiner Behörde nehmen wolle.

Clement räumte ein, dass bei der Vergabe des Vertrages an die Beratungsfirma WMP möglicherweise Fehler gemacht wurden. Kein unternehmerisches Handeln sei ohne Fehler. Clement befürwortete die Überprüfung der Vertragsvergabe. Dazu ist Gerster für morgen in den Wirtschaftsausschuss des Bundestages geladen worden.

Für Unions-Fraktionsvize Friedrich Merz zeigt die geplante Vertragsauflösung zwischen BA und WMP, dass die Kritik berechtigt war. Er kritisierte das Verhalten Gersters gegenüber dem Parlament.