"Programmatischer Nebel" SPD-General giftet gegen Merkel
Hamburg - Die SPD hält den Ausgang der Bundestagswahl trotz des Hessen-Debakels für völlig offen. "Wir haben das Potential, stärkste Fraktion im Bundestag zu werden und Frank-Walter Steinmeier zum Bundeskanzler zu wählen", sagte Generalsekretär Hubertus Heil dem "Hamburger Abendblatt".
Die Kanzlerin griff Heil direkt an: "Frau Merkel steht für programmatischen Nebel. Sie ist nicht in der Lage, unserem Land die notwendige Orientierung für das kommende Jahrzehnt zu geben", giftete er.
"Bei Frau Merkel ist es ja so: Jeder glaubt sie zu kennen, aber keiner weiß wirklich, wofür sie steht."
In der Bundesregierung gebe Außenminister Steinmeier "den Takt vor", sagte Heil. Er sei froh, "dass angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage auch Sozialdemokraten wie (Finanzminister) Peer Steinbrück und (Arbeitsminister) Olaf Scholz Verantwortung tragen. Allein mit (Wirtschaftsminister Michael) Glos und Merkel wäre diese Krise nicht zu bewältigen."
Heil zeigte sich zuversichtlich, dass der SPD ein erfolgreiches Superwahljahr bevorstehe. "Ich habe das Gefühl, 2009 ist viel drin für die Sozialdemokratie, zumal derzeit alle Parteien angesichts der Finanzkrise sozialdemokratisch reden", sagte er. "Wir haben alle Chancen, bei allen Wahlen in diesem Jahr stärker abzuschneiden als beim letzten Mal."
Das Wahlergebnis in Hessen sei zwar "schlecht" gewesen, habe aber "hessische Ursachen" gehabt. Er sei überzeugt, dass die SPD-Kandidaten Christoph Matschie in Thüringen und Heiko Maas im Saarland bei den anstehenden Wahlen ins Amt des Ministerpräsidenten gelangten.