Querschuss Wowereit liebäugelt weiter mit Rot-Rot-Grün
Berlin - "Die SPD ist gut beraten, wenn sie sich nicht selbst Tabus aufbaut", sagte Wowereit dem "Tagesspiegel". Seine Partei solle ein Bündnis mit der Linkspartei auf Bundesebene nicht grundsätzlich ausschließen. Die SPD müsse in Zukunft "eine Mehrheit links von der Mitte finden". Wowereit, der in Berlin seit Anfang 2002 im Bündnis mit der inzwischen umbenannten PDS regiert, hatte im Wahlkampf mit ähnlichen Aussagen für Ärger in seiner Partei gesorgt.
Der frisch gekürte SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck sagte der "Passauer Neuen Presse", die Linkspartei stehe für "Wirklichkeitsverweigerung, Rückwärtsgewandtheit, Abschottung". Er wolle "alles dafür tun, dass sich die strukturelle linke Mehrheit in Deutschland in der sozialdemokratischen Partei versammelt". Auch der Sprecher der ostdeutschen SPD-Abgeordneten, Stephan Hilsberg, wandte sich gegen Wowereits Aussagen: "Man kann die Mehrheiten von SPD, PDS und Grünen auf Bundesebene nicht einfach addieren".