Rabatte Parteimitglieder leben billiger
Hamburg - Die großen Parteien planen umfangreiche Vergünstigungen in Form von Einkaufsrabatten und Sondertarifen bei Dienstleistern für ihre Mitglieder. SPD-Generalsekretär Franz Müntefering sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", seine Partei werde das Angebot ihrer im Oktober eingeführten "SPD-Card" ausweiten. Bereits im Sommer sollen Rabatte bei Versicherungen, Banken, Kulturveranstaltungen und Reisen hinzukommen. Schon 20.000 Sozialdemokraten nutzen die Kundenvorteile mit ihrer Mitgliederkarte.
Die FDP-Mitgliedskarte wird nach den Worten von FDP-Bundesgeschäftsführer Hans-Jürgen Beerfeltz ab Mai auch als Kreditkarte nutzbar sein. Außerdem solle die Karte Rabatte bei einem Reifendienst und einer Hotelkette ermöglichen.
Auch die CSU will nach Angaben von Generalsekretär Thomas Goppel mit Versicherungen und Telefonanbietern Rahmenabkommen über Sondertarife für ihre 180.000 Mitglieder aushandeln. Zurückhaltend gibt sich dem Bericht zufolge die CDU, die ihren Mitgliedern lediglich einen Handy-Rabatt bei der Telekom anbietet.
Verbraucherschützer und Parteienforscher kritisieren das Rabattwesen der Parteien. Die Sprecherin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände, Mona Bahnassaby, sagte der Zeitung, es sei problematisch, wenn der Eindruck entsteht, dass Parteien für bestimmte Firmen Werbung machen. Der Parteienforscher Prof. Jürgen Falter von der Universität Mainz bezeichnete es als "Armutszeugnis", wenn Parteien sich demokratisches Engagement mit "Miles & More" erkaufen wollten.