Geplanter Raketenstart Westerwelle bestellt Nordkoreas Botschafter ein
Auswärtiges Amt: Protest gegen Nordkorea
Foto: dapdBerlin - Die Bundesregierung hat ihren Protest über die geplanten Raketentests Nordkoreas zum Ausdruck gebracht. Außenminister Guido Westerwelle bestellte den Botschafter des Landes ins Auswärtige Amt ein. Dem nordkoreanischen Vertreter sei die klare Haltung des Außenministers und der Bundesregierung deutlich gemacht worden, teilte das Auswärtige Amt am Montag mit. Die Ankündigung Nordkoreas, erneut einen Raketentest durchzuführen, stelle einen besorgniserregenden Rückschritt dar.
Der geplante Raketenstart verstoße gegen die internationalen Verpflichtungen Nordkoreas und gefährde den Frieden und die Stabilität in der Region, erklärte das Außenministerium. Nordkorea bleibe nachdrücklich aufgefordert, "den Weg zu Deeskalation und Verständigung nicht durch provokative Schritte zu blockieren".
Nordkorea hatte am Samstag angekündigt, nach einem fehlgeschlagenen Test im Frühjahr zwischen dem 10. und 22. Dezember erneut eine Trägerrakete für Satelliten testen zu wollen. Trotz aller Warnungen trieb das Land die Vorbereitungen weiter voran. Die erste Stufe einer dreistufigen Trägerrakete sei an der Startrampe in Sohae an der Westküste aufgestellt worden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul.
Die USA, Japan und Südkorea verurteilten das Vorhaben scharf. Sie vermuten hinter dem Start einen unzulässigen Raketentest für das nordkoreanische Atomprogramm. Auch Russland riet Pjöngjang, die Entscheidung zu überdenken und sich an die Uno-Resolution 1874 zu halten.
Die Resolution des Uno-Sicherheitsrats war als Folge des nordkoreanischen Atomwaffentests im Jahr 2009 verabschiedet worden und verbietet dem Land den Test von Langstreckenraketen. Dessen ungeachtet hatte Nordkorea im April eine Unha-3-Rakete gestartet. Die Langstreckenrakete war allerdings kurz nach dem Start abgestürzt. Pjöngjang hatte damals von einem Versuch gesprochen, einen Forschungssatelliten ins All zu bringen.