Reaktionen Böhr gesteht Niederlage ein
Mainz - SPD-Generalsekretär Franz Müntefering freute sich über den Erfolg von Ministerpräsident Kurt Beck: Das sei ein "fulminanter Wahlsieg in Rheinland-Pfalz. Ein Ergebnis, was deutlich besser ist als bei den vergangenen Wahlen. Es zeigt, dass Kurt Beck das Vertrauen der Menschen im Land hat".
Der Fraktionsvorsitzende der SPD im rheinland-pfälzischen Landtag, Joachim Mertes, sah die Aussage für eine Koalition mit der FDP als Grund für das gute Wahlergebnis. "Diese Konstellation ist für Rheinland-Pfalz wichtig, und wir haben uns dafür entschieden", sagte Mertes im ZDF. Der SPD sei im Wahlkampf sehr viel Sympathie entgegengeschlagen.
Zerknirschter gab sich sein CDU-Pendant Laurenz Meyer: Der Spitzenkandidat Christoph Böhr habe eifrig gekämpft, aber wie erwartet verloren. "Wir hätten es uns etwas besser vorgestellt", sagte er in Berlin. Er fügte hinzu, das Ergebnis seiner Partei könne sich "noch sehen lassen". Böhr selbst sagte: "Wir haben verloren, da beißt die Maus keinen Faden ab." Das dürfe aber kein Grund sein, den Kopf in den Sand zu stecken.
Der künftige FDP-Chef Guido Westerwelle erklärte, man habe zwei von drei Wahlzielen erreicht. In Rheinland-Pfalz hätten die Liberalen trotz der Verluste das "zweitbeste Ergebnis der vergangenen 30 Jahre" erreicht. Zudem bleibe man in der Regierung und dritte Kraft im Land. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle erklärte, das Ergebnis gebe die Möglichkeit im Bundesrat, "Auswüchse von Rot-Grün in Berlin" zu verhindern. Das strategische Ziel sei also erreicht, wenn es auch "nicht so schön" sei, dass die FDP in Rheinland-Pfalz nicht mehr zugelegt habe.
Die Spitzenkandidatin der Grünen in Rheinland-Pfalz, Ise Thomas, sagte, man habe einen engagierten Wahlkampf geführt. Allerdings sei es der CDU in den letzten zehn Tagen gelungen, den inhaltlichen Wahlkampf mit einer Schmutzkampagne zu überdecken. Die habe mehr geschadet als die Skinhead-Äußerungen von Bundesumweltminister Jürgen Trittin.