Reaktionen "Weise Entscheidung"
Berlin - Mit Sarkasmus reagierte Schleswig-Holsteins Umweltminister Klaus Müller (Grüne) auf das Abstimmungsergebnis über das Dosenpfand im Bundesrat: "Gäbe es Hirn in Dosen, hätte man die heute im Bundesrat verteilen müssen - und zwar pfandfrei."
Die Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände (BDH) sprach dagegen von einer "weisen Entscheidung" des Bundesrats und einem "Sieg für Verbraucher, Umwelt und Handel". Der Lebensmittelhandel reagierte erleichtert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte wie auch die Union Trittin auf, nicht stur auf geltendem Recht zu beharren.
Der "Verbraucherzentrale Bundesverband" zweifelte an dem Erfolg einer Selbstverpflichtung der Industrie. Dies habe seit 1991 im Getränkebereich nicht funktioniert. Die Mehrwegquote sei immer weiter gesunken. Durch den Trend zur Dose sei die mittelständische deutsche Brauereiwirtschaft gefährdet. Die Deutsche Umwelthilfe warnte in dem Zusammenhang vor dem Verlust von 250.000 Arbeitsplätzen bei einer Entscheidung gegen das Dosenpfand. Trittin müsse nun die geltende Verordnung umsetzen.