Rekrutengelöbnis Gefälschte Einladungskarten im Umlauf
Berlin - In Hausbriefkästen wurden authentisch wirkende Karten gefunden, mit denen zur Teilnahme an der Zeremonie aufgefordert wird, bestätigte die Polizei am Mittwoch einen Bericht des "Tagesspiegel" in Berlin.
In den Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Teilnehmer wegen der verschärften Kontrollen ihren Personalausweis vorzeigen müssten. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte: "Wir hoffen, dass nicht viele Menschen darauf hereinfallen." Mit diesen Karten werde es keinen Einlass geben.
Für das feierliche Gelöbnis am 56. Jahrestag des missglückten Attentats auf Adolf Hitler wurden Einladungen an 1200 namentlich bekannte Gäste verschickt. 250 Journalisten sind akkreditiert. Vor einem Jahr waren Demonstranten mit gefälschten Karten durch die strengen Sicherheitskontrollen gekommen. Sie hatten sich entkleidet und mit roter Farbe bemalt. Auch in diesem Jahr kündigten mehrere Gruppierungen, darunter Jungsozialisten in der SPD, Proteste an.
200 junge Soldaten werden vor Angehörigen und Vorgesetzten geloben, "der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen". Tausend Polizisten werden die Feier sichern. Der Veranstaltungsort - der Hof des Bendler-Blocks beim Verteidigungsministerium - wird weiträumig abgesperrt.
Das SPD-geführte Verteidigungsministerium will mit der Auswahl von Ort und Datum darauf hinweisen, dass auch der Widerstand gegen die Nationalsozialisten zur Tradition der Bundeswehr gehöre.
Der Berliner Landesverband der Jusos plant, das Gelöbnis "lautstark" und "phantasievoll" zu behindern. Auch die "Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste und Militär" sowie das "Büro für Antimilitaristische Maßnahmen" kündigten unter dem Motto "Gelöbnix" Störungen an.