Rote Armee Fraktion: Witwe von RAF-Opfer fordert Bedingungen für Begnadigung Klars - DER SPIEGEL
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Rote Armee Fraktion Witwe von RAF-Opfer fordert Bedingungen für Begnadigung Klars

In der Debatte um eine mögliche Begnadigung des inhaftierten RAF-Terroristen Klar hat sich die Witwe des 1986 ermordeten Siemens-Managers Beckurts zu Wort gemeldet. Sie verlangt, dass Klar zuerst sein Wissen über noch ungeklärte Aktionen der RAF enthüllt.
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München - "Er weiß mit Sicherheit noch Fakten, deren Preisgabe man zur Bedingung für eine Begnadigung stellen müsste, sagte Ina Beckurts der "Süddeutschen Zeitung". Der Siemens-Vorstand Karl-Heinz Beckurts war am 9. Juli 1986 zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Groppler bei einem Bombenanschlag in Straßlach bei München gestorben. Anschließend bekannte sich ein "Kommando Mara Cagol" der RAF zu der Tat.

Die Identität von Beckurts Mördern wurde nie bekannt, ebenso wenig wie die Namen der Täter in den Mordfällen des Diplomaten Gero von Braunmühl sowie der Wirtschaftsführer Alfred Herrhausen, Detlev Rohwedder und Ernst Zimmermann. Ina Beckurts warf die Frage auf, ob diese Fälle "langsam verdrängt und auch vergessen" würden.

Christian Klar sitzt seit 1982 im Gefängnis, unter anderem wegen der Ermordung des früheren Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und des Bankiers Jürgen Ponto. Er hatte zum Ende der Amtszeit von Bundespräsident Johannes Rau ein Gnadengesuch eingereicht. Dessen Nachfolger Horst Köhler prüft derzeit das Gesuch.

Das Vorstandsmitglied des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, hat Politiker dazu aufgerufen, bei dieser Prüfung keinen Druck auf den Bundespräsidenten auszuüben. "Er wird alle Umstände berücksichtigen, auch die Positionen von Familienangehörigen der Opfer", sagte Schellenberg der "Berliner Zeitung".

asc/dpa