Ukraine-Krieg: Kyjiw meldet fünf Tote nach russischen Angriffen auf Region Sumy - DER SPIEGEL
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Putins Angriffskrieg Ukraine meldet fünf Tote und mehr als 20 Verletzte nach russischen Angriffen auf Region Sumy

Russland hat die Ukraine erneut aus der Luft attackiert. In Sumy wurde dabei ein Einkaufszentrum getroffen. Kyjiw will derweil eine Gasanlage in 3000 Kilometer Entfernung angegriffen haben – womöglich eine neue Rekorddistanz.
Schäden an Shoppingmall in Sumy
Schäden an Shoppingmall in Sumy

Schäden an Shoppingmall in Sumy

Foto: REUTERS

Russland hat mit Drohnenangriffen auf den Norden der Ukraine erneut für Tod und Zerstörung gesorgt. Wie die Polizei mitteilte, wurden in der Region Sumy fünf Menschen getötet und 24 verletzt.

Zwei Tote und 20 Verletzte habe es allein durch einen Angriff auf ein Einkaufszentrum in der Stadt Sumy gegeben, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit. Fotos zeigten Zerstörungen an der Shoppingmall.

Der kommissarische Leiter der regionalen Militärverwaltung in der Oblast Mikolajiw, Heorhij Reschetilow, informierte am Morgen auf Telegram  ebenfalls über Tote infolge russischer Angriffe. Durch Luftschläge am Mittwoch sowie in der Nacht seien insgesamt vier Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden. Getroffen worden seien Verwaltungsgebäude, Wohnhäuser, ein Hotelgebäude sowie ein Gebäude der regionalen Justizvollzugsanstalten.

Seedrohnenangriff auf russischen Badeort Sotschi

Russland meldete derweil seinerseits mehrere Verletzte nach einem Angriff auf den Schwarzmeer-Badeort Sotschi. Bei der Attacke mit Marinedrohnen seien acht Menschen verletzt und Strandinfrastruktur beschädigt worden, hieß es von den Behörden der Region Krasnodar.

Ein von der Nachrichtenagentur ​Reuters verifiziertes Video in den sozialen Medien zeigt Schüsse und eine ⁠Explosion ⁠an einer Uferpromenade. Nahe Sotschi befindet sich eine offizielle Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die Ukraine hatte zuletzt mehrfach Angriffe auf Häfen am Schwarzen Meer durchgeführt.

Auch der Hafen der russischen Stadt Machatschkala am Kaspischen Meer wurde nun offenbar Ziel eines Angriffs. Die Behörden hätten ein durch ukrainische Drohnen ausgelöstes Feuer am Hafen der Stadt gelöscht, teilte der amtierende Leiter der Region mit.

Ukrainische Spezialkräfte melden Schlag auf Gasanlage im fernen Sibirien

Ukrainische Spezialkräfte haben nach eigenen Angaben zwei russische Erdgasanlagen in Westsibirien angegriffen, die rund 3000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegen sollen. Ziele waren zwei große Anlagen der Gaskondensatindustrie in Nowy Urengoi und im Bezirk Purowski in der Jamal-Nenzen-Region, dem Zentrum der russischen Erdgasproduktion. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj würdigt die Angriffe als Schlag gegen die russische Wirtschaft.

Nach Angaben des Nachrichtenportals »Meduza« ist es der bisher streckenmäßig weiteste Angriff der Ukraine und der erste derartige Vorfall in der Jamal-Nenzen-Region. Die Region ist demnach für 80 Prozent der russischen Gasproduktion verantwortlich.

Der ukrainische Drohnenhersteller Fire Point teilte auf X mit, der Angriff sei mit einer FP-1-Drohne erfolgt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

fek/Reuters