Schäuble-Buch Kohl schweigt sich aus
Berlin - In einem Interview der "Bild"-Zeitung zum zehnten Jahrestag der Deutschen Einheit sagte Kohl, der Einigungsvertrag sei eine "große Leistung" Schäubles gewesen, der damals Bundesinnenminister war.
Auf die Frage, ob er sich in der Spendenaffäre heute manchmal ungerecht behandelt fühle, sagte Kohl: "Ich habe Fehler gemacht und sicher auch Grund zur Selbstkritik." Er fügte jedoch ohne Namen zu nennen hinzu: "Da tauchen manche vertraute Gesichter auf nach dem Motto: Der Löwe ist jetzt tot, da kann man ihm noch einmal einen Tritt versetzen. Damit muss ich leben. Das sage ich ohne jedes Selbstmitleid."
Nach zehn Jahren deutscher Einheit nannte Kohl es "Unsinn", heute noch von einer "Mauer in den Köpfen" zu sprechen. "Wir sind heute näher beieinander als noch vor fünf, sechs oder sieben Jahren." Die Vollendung der Einheit "in den Köpfen, in den Herzen" sei ein "dynamischer Prozess". Richtig abgeschlossen werde er erst sein, wenn es einmal heiße: "Du Großvater, Großmutter - sag mal, wie war das eigentlich damals mit der Teilung, mit der Mauer, mit dem Schießbefehl?"